Der Film beginnt Ende der 1930er-Jahre an der französischen Küste. Miller, mehr als legendäres Ex-Modell denn als Fotografin bekannt, hat keine Lust mehr, „Bild zu sein“. Im Kreis ihrer Künstler:innenfreunde, darunter der Dichter Paul Éluard und seine Frau Nusch – verbringt sie ihre Tage mit intensiven Gesprächen und Müßiggang. Dabei lernt sie ihren zukünftigen zweiten Ehemann, den britischen Künstler und Autor Roland Penrose, kennen.
Bilder von Hitler, der sich von jubelnden Massen feiern lässt, prägen die Wochenschauen, aber noch denkt niemand an Krieg. Als Lee Miller, die Penrose nach London gefolgt ist, unter der Redakteurin Audrey Withers bei der britischen „Vogue“ zu arbeiten beginnt, startet ihre neue Karriere als Kriegsreporterin und Fotojournalistin.
Der in Rückblenden erzählte biografische Film von Ellen Kuras bleibt lange formelhaft. Erst im zunehmenden Verlauf gewinnt er etwas Kontur, wenn er die Pionierleistung der Hauptfigur in angemessenes Licht rückt. Schauspielerin Kate Winslet ist in der Rolle der „Fotografin“ das Zentrum eines solide erzählten, aber über weite Strecken etwas unspezifisch bleibenden Films. Das wiederholte Zurückspringen in die Rahmenhandlung, die am Ende einen doppelten Boden aus dem Hut zaubert, verstärkt dabei nur das Behäbige. Erst mit dem Ausbruch des Krieges verbindet sich die Figur stärker mit dem Kontext, wird der Kontext mehr als eine bloße Hintergrundbebilderung. - Ab 14.