Die Betroffenen schauen nach vorn, die Behörden zurück. Wenn Souleymane (Abou Sangare) auf seinem Lastenfahrrad durch die Straßen von Paris rast, um Essen auszuliefern, gelten seine Blicke nicht dem, was hinter oder neben ihm liegt. Starr hat der Mittzwanziger aus Guinea sein nächstes Ziel im Visier. Ein ums andere Mal fährt er zwischen Restaurants und Bestellern hin und her und riskiert im Verkehr der Metropole beständig einen Unfall. Das umso mehr, als er mit dem Kopf ganz woanders ist, nämlich beim Einprägen der richtigen Worte für den übernächsten Tag. Dann wird sein Asylantrag geprüft, und er darf einer Sachbearbeiterin Fragen zu seiner Vergangenheit beantworten. Verlangt wird eine wasserdichte Erklärung, warum er sein Heimatland verlassen musste und um Aufnahme in Frankreich bittet.
In dem Film von Boris Lojkine (von dem seinerzeit ein Interview im Filmdienst veröffentlicht wurde) heftet sich die Kamera an die Fahrradpedale von Souleymane und folgt ihm durch die überfüllte, nur unscharf wahrzunehmende Stadt. Unter Hochdruck muss er arbeiten, teilweise noch Gespräche führen, und dann direkt weiter zum nächsten Auftrag. Brenzlige Situationen gibt es zuhauf. Dabei gelingt die eindringlich gefilmte Studie eines Getriebenen im ständigen Zwiespalt, da er selbst auf Hilfe angewiesen ist, andere Hilfesuchende aber von sich abhält. - Sehenswert ab 14.