Tom Tryon, John Huston in „Der Kardinal“
Tom Tryon, John Huston in „Der Kardinal“ (© Otto Preminger/Brinter/Panoceanic)

Der Kardinal (arte)

Unterhaltsames Drama um den Aufstieg eines Amerikaners in der katholischen Kirchenhierarchie - am 13.9., 13.05-15.55 Uhr, auf arte

Aktualisiert am
06.09.2026 - 20:26:31
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Über zweieinhalb Jahrzehnte verfolgt die Bestseller-Verfilmung den Aufstieg eines jungen katholischen Amerikaners einfacher Herkunft zu höchsten kirchlichen Würden. Stephen Fermoyle (Tom Tryon) fällt bereits als frisch geweihter Priester zur Zeit des Ersten Weltkriegs durch seinen Ehrgeiz auf, scheint die einfache Gemeindearbeit eher als Belastung zu sehen und wird vom zuständigen Bostoner Kardinal Glennon (John Huston) auf eine bescheidene Stelle verpflanzt, um Demut zu lernen.

Fermoyles gesammelte Erfahrungen führen ihn hernach an verschiedene Stationen in Europa – in einer Phase des Glaubenszweifels heiratet er beinahe die Österreicherin Annemarie (Romy Schneider) – und machen ihn zur rechten Hand des Kardinals Quarenghi (Raf Vallone). Immer wieder wird er mit der Frage konfrontiert, wie er seinen Glauben mit den Herausforderungen der säkularen Welt im 20. Jahrhundert vereinen soll, was schon früh im Umgang mit seiner Schwester Mona (Carol Lynley) zu einer Katastrophe führt. Spätere Stationen zeigen den gereiften Fermoyle aber auch dabei, bedrohten Glaubensbrüdern helfen oder aber ihre Kooperation mit Gewaltsystemen unterbinden zu wollen – sei es im Beistand für den afroamerikanischen, vom Ku-Klux-Klan bedrohten Priester Gillis (Ossie Davis) oder im Widerspruch zum opportunistischen Kardinal Innitzer (Josef Meinrad) nach Hitlers Einverleibung von Österreich.

Die Abfolge von heftigen Anfechtungen und schwierigen Bewährungsproben ergibt ein unterhaltsames Panorama, das viele kirchenhistorische Fakten aufgreift. Die angesprochenen religiösen, gesellschaftlichen und politischen Fragen werden in der Hollywood-Großproduktion zwar nie vertieft, dennoch gelingt es Regisseur Otto Preminger und der Riege vorzüglicher Darsteller, etliche der Episoden zu Bravourstücken zu machen. – Ab 14.

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