Die ökumenische Filmreihe „Kirchen und Kino. Der Filmtipp“ startet im September in eine neue Staffel mit preisgekrönten Filmen. An insgesamt 30 Spielorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen werden Filme vorgeführt, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz ausgezeichnet worden sind. Zum Auftakt ist das Familiendrama „Sentimental Value“ zu sehen.
Die Filmreihe „Kirchen und Kino“ geht in ihre 24. Staffel. An 30 Spielorten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wird eine Auswahl an bemerkenswerten Filmen präsentiert. Von September 2026 bis Mai 2027 sind acht ausgewählte Produktionen zu sehen, die von der evangelischen und katholischen Filmarbeit in Deutschland und der Schweiz prämiert wurden. Zur Auswahl standen insgesamt 26 Filme, die in den zurückliegenden Monaten zum „Kinotipp der Katholischen Filmkritik“ beziehungsweise zum „Film des Monats“ gekürt worden waren.
Thematisch kreist die Auswahl diesmal um Menschen, die sich mit Trauer und Angst auseinandersetzen müssen. Mit Krankheit und Tod kämpft etwa Barbara in „Vier minus Drei“. Die schmächtige Frau arbeitet als hauptberufliche Clownin und muss mit ihrer Trauer umgehen lernen, als ihr Ehemann samt den beiden Kindern tödlich verunglückt. Ein tragischer Unfall schwebt auch über dem Paar des Dramas „Dann passiert das Leben“. In dem Dokumentarfilm „Der Tod ist ein Arschloch“ geht es um den Bestatter Eric Wrede, den der Film bei seiner empathischen und oftmals sogar humorvollen Arbeit begleitet. Daraus erwächst eine ruhige, respektvolle Reflexion über Sterben, Trauer und die Würde der Toten.
Von Missbrauch und Gewalt an weiblichen Figuren handelt auch das vielfach preisgekrönte Generationendrama „In die Sonne schauen". Der Film verbindet mehrere Zeitebenen zu einem filmischen Dialog, in der eine Handvoll Frauen höchst empathisch begleitet wird. In „Karla" zeigt ein zwölfjähriges Mädchen im Jahr 1962 ihren eigenen Vater wegen sexuellen Missbrauchs an. Dialoge und Situationen warten anfangs mit leiser Komik auf, doch schon bald mehren sich düstere Vorzeichen.
Fragen der Erinnerungskultur im wiedervereinten Deutschland werden bei „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" laut. Der von Charly Hübner porträtierte Videothekenbetreiber Micha Hartung steht kurz vor dem Bankrott und avanciert 2019 durch eine kleine Funklerei unfreiwillig zum Ex-DDR-Helden. Die ideenreiche Komödie setzt markante Akzente, indem sie Auswüchse der Medienindustrie, deutsch-deutsche Empfindlichkeiten und Rituale der Erinnerungskultur kritisch hinterfragt. Ähnlich launig, aber auch mit gesellschaftlichen und ganz persönlichen Krisen geht es in „The Life of Chuck" zu. Nach einer Kurzgeschichte von Stephen King erzählt der Film vom Sterben und Leben des titelgebenden Buchhalters in umgekehrter Reihenfolge.
Von Lebenskrisen handelt auch „Sentimental Value" von Joachim Trier, der bei der "Oscar"-Verleihung als Bester Internationaler Film prämiert wurde und den Auftakt der „Kirchen und Kino“-Reihe bildet. Zwei Schwestern werden nach dem Tod ihrer Mutter mit ihrem entfremdeten Vater konfrontiert. Dieser ist ein gefeierter Regisseur, der seine familiären Verhältnisse aber stets der Kunst unterordnete. Eine seiner Töchter möchte er jetzt für die Hauptrolle eines autobiografischen Films gewinnen. Geschickt verwebt der Film Themen wie Trauer und Familienkonflikte zu einem vielschichtigen Drama, in dem Realität und Kunst immer wieder ineinander übergehen.
Die örtlichen Kooperationspartner der Reihe organisieren bei den Filmvorführungen jeweils kurze Einführungen. Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zum Austausch. Zu einzelnen Filmen sind auch Podiumsgespräche geplant.
„Kirchen und Kino. Der Filmtipp“ ist eine Filmreihe der Katholischen Akademie Schwerte in Zusammenarbeit mit den örtlichen evangelischen und katholischen Bildungswerken, der Beauftragten für Kunst und Kultur der Evangelischen Kirche von Westfalen, dem Medienzentrum im Erzbistum Paderborn, dem Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Arbeitsfeld Kunst und Kultur), dem Filmkulturellen Zentrum im GEP - Forum der Evangelischen Kirche für Film und Kino sowie dem Medienservice im Bistum Hildesheim. Unterstützt wird das Projekt vom Filmportal filmdienst.de und der Filmzeitschrift epd-film sowie der Deutschen Bischofskonferenz (Bereich Kirche und Gesellschaft).
Alle Termine und Spielorte finden sich ab September auf der Homepage www.kirchen-und-kino.de