Am 27. September 2025 starb Georg Stefan Troller im Alter von 103 Jahren. Der aus Wien gebürtige Journalist und Filmemacher prägte die Kunst des dokumentarischen Porträts mit seinen Arbeiten fürs Fernsehen seit den 1960er-Jahren und schuf einen unverwechselbaren Stil. Sein subjektiver Blickwinkel – sein „Plauderbaß“ (Walter Jens) machte seine Filme unverkennbar – wurde ebenso zum Markenzeichen wie seine filmischen Experimente. Doch auch seine Erfahrungen als Heimatloser, der 1938 vor den Nazis aus Österreich fliehen musste und in die USA gelangte, flossen immer wieder mit ein.
Anlässlich seines ersten Todestags zeigt 3sat drei Arbeiten von Georg Stefan Troller in restaurierten Fassungen. „Muhammad Ali – Der lange Weg zurück“ (01.05-01.35) porträtiert den US-Boxer 1974 in den Wochen vor dem zweiten Kampf gegen seinen Rivalen Joe Frazier, drei Jahre nach Alis Niederlage im „Fight of the Century“. Troller porträtiert einen Ausnahmeathleten beim Training, aber auch einen Aktivisten gegen Rassismus und einen begnadeten Selbstdarsteller.
Die beiden anderen Filme setzen sich mit US-amerikanischer Kriminalität auseinander: „Stan Rivkin – Der letzte Kopfgeldjäger“ (01.35-02.20) von 1985 ist ein Porträt eines Ex-Marines, der im Kriminalitätsbrennpunkt Brooklyn einen flüchtigen Verbrecher jagt, für dessen Ergreifung 1000 Dollar Prämie winken. „Begegnung im Knast“ (02.20-03.05) von 1981 begleitet ein Resozialisierungsprojekt im Moundsville-Gefängnis in West Virginia, wo schwer erziehbare Jugendliche auf Mörder, Totschläger und andere Gewaltverbrecher treffen. Was der Abschreckung dienen soll, interessiert Troller auch unter dem Blickwinkel des psychologischen Experiments. – Ab 14.
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