Ende der 1970er-Jahre wächst Morten, genannt Motte (Timothy Scannell), in der norddeutschen Provinz auf. Der 15-Jährige erlebt die Trennung seiner Eltern mit, interessiert sich aber mehr für Musik und die Suche nach einer Freundin, wobei er die aufgeweckte Schornsteinfegerin Steffi (Holle Kirck) lange eher nicht dafür in Erwägung zu ziehen scheint. Zudem erkrankt sein bester Freund Bogi (Albert Lichtenstern) am Non-Hodgkin-Lymphom, muss ins Krankenhaus und sich einer Chemotherapie unterziehen – eine Situation, die Motte völlig überfordert, sodass er sich nur selten zu Besuchen am Krankenbett entschließen kann.
Der Coming-of-Age-Film von Max Zähle beruht auf dem gleichnamigen Jugendroman von Matthias Brandt und beschreibt ein Teenagerleben, das durch diverse Erschütterungen aus den Fugen gerät, während positive Impulse wieder Halt geben. Die Zeit der 1970er-Jahre wird durch viele Details stimmig wiederbelebt, auch wenn der Soundtrack aus Popsongs etwas überstrapaziert ist und es dramaturgisch auch die Rahmung mit dem alt gewordenen Morten (Bjarne Mädel) nicht unbedingt gebraucht hätte. Die jungen Hauptdarsteller treffen die komplexen Gefühlslagen ihrer Figuren dafür ausgesprochen gut. – Ab 14.