Szene aus „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“
Szene aus „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ (© MUBI)

MUBI im Oktober 2026

Der Arthouse-Streamingdienst feiert im Oktober 100 Jahre Murnaus „Faust“-Film, den Meta-Horror von „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ und den kornischen Filmemacher Mark Jenkin

Aktualisiert am
30.09.2026 - 14:28:23
Diskussion

Der Arthouse-Streamingdienst beteiligt sich im Oktober mit „The Faust Bible“ an einer aufwändigen Buchpublikation und zeigt passend dazu Murnaus „Faust“-Stummfilm sowie weitere Verfilmungen deutschsprachiger Literatur. Sandra Hüller darf zum MUBI-Start von „Rose“ fünf Filme aus dessen Programm hervorheben. Zudem startet „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ und wird von weiteren ambitionierten Horrorfilmen begleitet.

 

 

Im Oktober blickt der Arthouse-Streamingdienst auf ein hundertjähriges Jubiläum. Am 14. Oktober 1926 hatte einer der berühmtesten deutschen Stummfilme seine Uraufführung: F.W. Murnaus „Faust“-Verfilmung, die mit enormem Aufwand die Legende um den Gelehrten erzählt, der von Mephisto als Gesandtem des Teufels zu einem Pakt verführt wird, dessen Einsatz Fausts Seele ist. Der Film emanzipierte sich mit dem Zusatztitel „Eine deutsche Volkssage“ auch von einer allzu dichten Bindung an Goethes berühmte Theaterstücke und setzt mit Bildgewalt, Licht- und Schattenspiel und dem groß aufspielenden Emil Jannings als Mephisto auf die spielerische Freude am Phantastischen. Murnaus Kameramann Carl Hoffmann sowie die Szenen- und Kostümbildner Robert Herlth und Walter Röhrig dokumentierten seinerzeit die Entstehung des Films und verehrten dem Regisseur zum Abschluss die rund 400 Fotografien und Illustrationen.

 

     Das könnte Sie auch interessieren:

 

Lange verschollen, wurde das Material ab 2017 von der Cinémathèque française restauriert und erscheint nun am 17. Oktober als edle Publikation unter dem Titel „The Faust Bible“ bei MUBI Editions. Zur Feier des Buchs nimmt der Streamingdienst schon am 9. Oktober Murnaus Stummfilm-Klassiker ins Programm auf. Flankiert wird er von weiteren deutschsprachigen Literaturverfilmungen, darunter „Metropolis“, „Der blaue Engel“ und „Die Blechtrommel“.

„Faust“ von Friedrich Wilhelm Murnau
„Faust“ von Friedrich Wilhelm Murnau (© MUBI)

 

Meta-Horror und Verkleidung im 17. Jahrhundert

Geht es bei „Faust“ schon mitunter gruselig zu, hat MUBI im Oktober auch für Halloween-Fans wieder härtere Horror-Kost im Angebot. Am 2. Oktober feiert „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ Premiere bei dem Streamingdienst, der zu den meistbeachteten Filmen beim Festival in Cannes 2026 gehörte und dort die Reihe „Un certain regard“ eröffnete. Der Meta-Horrorfilm kreist um eine queere Filmemacherin, die einer angestaubten Slasher-Reihe neues Leben einhauen will, ohne dabei deren regressive Geschlechterbilder zu verwenden. Neben dem Film von Jane Schoenbrun präsentiert MUBI in der sogenannten „Dusk Till Dawn: Die Camp-Miasma-Halloween-Sleepover-Sammlung“ schon ab 1. Oktober Filme von John Carpenter, David Cronenberg und Na Hong-jin sowie als Geheimtipp das spanische Horror-Experiment „Arrebato“ von 1979.

Nur unter historischem Blickwinkel unheimlich, in der Form aber ein konzentriertes, einfühlsames und sogar lyrisches Historiendrama ist die zweite prominente MUBI-Premiere des Oktobers: „Rose“ des österreichischen Filmemachers Markus Schleinzer handelt von einem Soldaten, der während des Dreißigjährigen Krieges in einem Dorf Anspruch auf einen verwaisten Gutshof erhebt. Hinter dem Fremden verbirgt sich eine Frau, die sich als Mann ausgibt, und ihr Geheimnis nicht ewig verbergen kann. Das Drama brachte Hauptdarstellerin Sandra Hüller einmal mehr viel Anerkennung und den Schauspielpreis auf der Berlinale ein. Für MUBI hat Hüller nun fünf Werke ausgewählt, die zum Start von „Rose“ am 16. Oktober ebenfalls präsentiert werden. Neben Chantal Akermans feministischem Klassiker „Jeanne Dielman“ gehören dazu „Gesetz und Ordnung“ von Frederick Wiseman, der Kurzfilm „Four Roads“ von Alice Rohrwacher, „Aftersun“ von Charlotte Wells und „The Mastermind“ von Kelly Reichardt.

„Arrebato“
„Arrebato“ (© Bildstörung)

 

Entdeckung aus Cornwall

Mit dem Regisseur Mark Jenkin stellt MUBI im Oktober auch einen Filmschaffenden vor, dessen Bekanntheit sich bislang vor allem auf Kurzfilm-Festivals und sein Spielfilmdebüt „Bait“ (2019) beschränkt. Ab 16. Oktober sind sechs Kurzfilme des Filmemachers aus Cornwall zu sehen, die allesamt mit seiner Heimat verbunden sind und in ihrer Ästhetik die strengen Regeln seines 2013 publizierten Manifests „Silent Landscape Dancing Grain 13“ befolgen. Wie in „Bait“ verbinden sich auch in Jenkins Kurzfilmen Archaik und Gegenwart zu poetischen Erzählungen, die von der kornischen Landschaft inspiriert sind.

 

 

Das MUBI-Programm im Oktober im Überblick

 

1.Oktober

La Mesías – Folge 6

Reihe „Dusk Till Dawn: Die Camp-Miasma-Halloween-Sleepover-Sammlung“

Arrebato

Das Ding aus einer anderen Welt

Videodrome

The Wailing – Die Besessenen

Bereits verfügbar:

Godzilla

Hollywood 90028

The Substance

 

2. Oktober

Reihe „Dusk Till Dawn: Die Camp-Miasma-Halloween-Sleepover-Sammlung“

Teenage Sex and Death at Camp Miasma

 

8. Oktober

La Mesías – Folge 7

„La Mesías“ wird fortgesetzt
„La Mesías“ wird fortgesetzt (© Sophie Koehler)

 

9. Oktober

Reihe „Vom Buch zum Film: Deutschsprachige Literaturverfilmungen“

Faust - Eine deutsche Volkssage

Bereits verfügbar:

Der blaue Engel

Die Blechtrommel

Der geteilte Himmel

Die Klavierspielerin

Metropolis

 

11. Oktober

Als wir tanzten

 

16. Oktober

Rose

Reihe „Ausgewählt von Sandra Hüller“

Aftersun

Four Roads

Gesetz und Ordnung

Jeanne Dielman

The Mastermind

Sandra Hüller in „Rose“
Sandra Hüller in „Rose“ (© Piffl Medien)

 

Reihe „Kurzfilme von Mark Jenkin“

Cape Cornwall Calling/All the White Horses

David Bowie Is Dead

Enough to Fill up an Eggcup

I Saw the Face of God in the Jet Wash

Tomato

Vertical Shapes in a Horizontal Landscape

 

23. Oktober

Shot Reverse Shot (Kurzfilm)

 

29. Oktober

Omen

Jetzt den FILMDIENST-Newsletter bestellen

Ja, ich möchte wöchentlich den FILMDIENST-Newsletter abonnieren. 
 
In jedem Newsletter befindet sich ein Link zum Abbestellen. 
 
Hinweise zum Widerruf und der Verarbeitung der Daten geben wir in unserer Datenschutzerklärung.
Kommentar verfassen

Kommentieren