Bei der 74. Donatia (18.-26.9.2026), dem Filmfestival in San Sebastián, herrschten schwere, bedrückende Filme vor. Doch der britische Altmeister Mike Leigh schaffte es in dem Drama „Tender Loving Care“, die bedrängende Wirklichkeit einer Sozialarbeiterin mit einer tiefen Menschlichkeit zu verbinden, wofür er mit der „Goldenen Muschel“ ausgezeichnet wurde. Deutsche Filme waren stark vertreten; „Geister“ von Fatih Akin eröffnete sogar das Festival.
Es ist alles leichter, wenn man zusammenhält. Auf dieses Credo lässt sich „Tender Loving Care“ von Mike Leigh summieren. Wie in seinen anderen Filmen verbindet der britische Altmeister einen kritischen Blick auf die soziale Wirklichkeit mit einer großen Nähe zu den Protagonisten. Im Zentrum des Films steht die Sozialarbeiterin Amy (Kate O’Flynn). Nach einer gescheiterten Beziehung zieht Amy wieder bei ihrer Freundin Rosie ein, die ebenfalls als Sozialarbeiterin tätig ist. Rosie sieht sich zunehmend mit der Aggression und dem Groll der Menschen konfrontiert, die sie betreut. Aber auch Amys alte Eltern geraten plötzlich in eine tiefe Krise.