Zum Tode von Dorothy Malone (30.1.1925-19.1.2018)

Ein Nachruf auf die US-Schauspielerin

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Es ist einer der entspanntesten Augenblicke der Filmgeschichte: Zwei attraktive Menschen – er das Symbol markiger Männlichkeit schlechthin, sie die Idealverkörperung des distinguierten Sex-Appeals – unterhalten sich über Gott und die Welt, über ihre Träume und Enttäuschungen, ganz ohne Hintergedanken auf amouröse Aktivitäten, die diesem Rencontre folgen könnten, zumal reichlich Alkohol fließt und der Rock der Frau durchaus unzüchtig nach oben rutscht. Dennoch herrscht nichts als Vertrautheit zwischen Rock Hudson und Dorothy Malone in dieser Szene aus Douglas Sirks „Duell in den Wolken“ (1957). Noch zwei weitere Male standen die beiden gemeinsam vor der Kamera: Im Western „El Perdido“ (1961) bilden sie mit Kirk Douglas eine aussichtslose Menage-à-trois, im Familiengemälde „In den Wind geschrieben“ (1956), wieder von Douglas Sirk, versucht sie ihn in der Rolle einer destruktiven Nymphomanin mit Millionenerbe vergeblich ins Lotterbett zu locken.

Malone – zuvor auf Seelchen wie die heftig flirtende Buchverkäuferin in „Tote schlafen fest“ (1946) abonniert – wurde für diesen Melo-Klassiker zur lasterhaften Blondine und erhielt einen „Oscar“, aber keine weiteren angemessenen Aufgaben. Unter anderem erscheint sie als Opfer einer Schiffskatastrophe in „Höllenfahrt“ (1960) und versucht in „Warlock“ (1959, auch: „Der Mann mit den goldenen Colts“) den neuen Sheriff Richard Widmark gegen seinen Vorgänger Henry Fonda aufzuhetzen. So wanderte sie zum Fernsehen ab, spielte dort die Matriarchin in der Serie „Peyton Place“ und gab die Schauspielerei schließlich ganz auf. Einen letzten Auftritt absolvierte sie als verurteilte Sippenmörderin und Freundin von Sharon Stone im Sex-Thriller „Basic Instinct“ (1992).

Foto aus „Duell in den Wolken“ (Koch Media)

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