Mario Monicelli: Werkschau

Eine Filmreihe in Wien feiert den italienischen Komödien-Meister

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Er war der große Meister der italienischen Komödie: Mario Monicelli, 1915 geboren, prägte als Regisseur und Drehbuchautor über ein halbes Jahrhundert die italienische Filmgeschichte. Seine ersten Arbeiten entstanden im Nachkriegs-Italien der späten 1940er-Jahre, also in jener Zeit, in der der Neorealismus groß wurde. Werke wie „Räuber und Gendarm“ (1951), in dem Monicelli wie in vielen anderen seiner Werke mit dem Komiker Totò zusammenarbeitete, lassen durchaus eine gewisse Nähe zum Neorealismus erkennen, den Monicelli jedoch auf seine Weise interpretierte – im Genre der Komödie. In seinen Filmen stehen meist Vertreter des italienischen Kleinbürgertums im Mittelpunkt, in deren „kleinen“ Geschichten sich Politik und Geschichte spiegeln. Das Filmemachen war für den passionierten Regisseur ein Lebenselixier; seinen letzten Film („Le rose del deserto“) dreht er 2006 im Alter von über 90 Jahren, ehe er sich 2010 das Leben nahm.

Das Filmmuseum Wien würdigt den Regisseur, der in Italien zu den ganz Großen des Kinos gerechnet wird, hierzulande aber immer etwas im Schatten seiner Kollegen Federico Fellini und Vittorio de Sica steht, mit einer ausführlichen Werkschau unter dem schönen Titel „Die menschliche Komödie“ (9. Februar bis 1. März). Das ist eine rare Möglichkeit, Monicellis Filmschaffen zu entdecken, das wegen seines besonderen Sprachwitzes vielleicht nur in Italien voll ausgekostet werden kann, aber als Zeitspiegel wie auch als zutiefst humanistischer Blick auf Menschen und ihre Lebensumstände zutiefst begeistert.

www.filmmuseum.at

Foto: ©Mario de Stefanis

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