Die Bären sind los - Filme zur 68. Berlinale

Ab 14.2., 20.15, arte

Diskussion

Ab dem morgigen Donnerstag steht Berlin zum 68. Mal im Zeichen seiner Filmfestspiele, der „Berlinale“. Mit der Reihe „Die Bären sind los“ würdigt auch arte Deutschlands wichtigstes Filmfestival und zeigt Werke, die mit dem aktuellen Jahrgang eng zusammenhängen, wie „Cloud Atlas“ (19.2., 20.15-23.00) vom diesjährigen Jury-Präsidenten des Wettbewerbs, Tom Tykwer, oder den restaurierten Stummfilm „Das alte Gesetz“ (19.2., 23.55-02.10), der dieses Jahr auf der „Berlinale“ seine Wiederaufführung erlebt.

Daneben laufen Highlights der letzten „Berlinale“-Ausgaben, viele davon zum ersten Mal im Fernsehen. Das beginnt am 14.2. gleich mit dem hochverdienten Gewinner des „Goldenen Bären“ im Jahr 2015, „Taxi Teheran“ (20.15-21.35). Der Film des mit einem Berufsverbot belegten iranischen Regisseurs Jafar Panahi (wie auch bei früheren Wettbewerbsbeiträgen und einer Juryeinladung durfte er auch 2015 nicht aus dem Iran ausreisen) ist so einfach wie filmisch brillant: Panahi steuert ein Taxi mit einer Kamera auf dem Armaturenbrett durch die Straßen Teherans, Fahrgäste steigen ein und aus und führen untereinander und mit dem Fahrer (den einige als Panahi erkennen) Gespräche über die Lage im Staat. So wird dem Zuschauer die gesellschaftliche Bandbreite im Iran offenkundig, während Panahi sowohl seine politische Zwangslage dokumentiert wie das Kino als Instrument der Freiheit feiert.

In eine ähnliche Richtung geht auch „Offene Wunde deutscher Film“ (21.35-23.05), mit dem Dominik Graf und Johannes Sievert ihren Rückblick auf das deutsche Kino fortsetzen, den sie mit „Verfluchte Liebe deutscher Film“ 2016 begonnen hatten. Wie im Vorgänger geht es einmal mehr um Filme jenseits des seinerzeit auch international geschätzten Autorenkinos, diesmal konzentriert auf die Zeit ab den 1980er-Jahren und mit der Fragestellung, warum so viele deutsche Kinofilme nach der Erstaufführung kaum mehr zu sehen sind. Ein Schicksal, das zumindest Andreas Dresens „Als wir träumten“ (23.05-01.00) wohl nicht droht. Dafür spricht die Verfilmung des Romans von Clemens Meyer um perspektivlose Leipziger Jugendliche in der Nachwendezeit schlicht zu viele bedeutsame Themen an, auch wenn sich diese in dem Wettbewerbsbeitrag von 2015 nicht unbedingt schlüssig verbinden.

Alle Filme der Reihe:

14.2.:

20.15-21.35 Taxi Teheran (Erstausstrahlung)

21.35-23.05 Offene Wunde deutscher Film (Erstausstrahlung)

23.05-01.00 Als wir träumten (Erstausstrahlung)

15.2.

23.15-00.55 Remainder (Erstausstrahlung)

19.2.

20.15-23.00 Cloud Atlas

23.55-02.10 Das alte Gesetz (Erstausstrahlung)

21.2.

20.15-21.50 Leb wohl, meine Königin!

22.45-00.15 Geisterjagd (Erstausstrahlung)

00.15-01.50 Havarie (Erstausstrahlung)


Foto: arte/Jafar Panahi

Kommentar verfassen

Kommentieren