Pure Magie

Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre war New York offenbar ein recht gefährliches Pflaster, und diese Gefahr ging von den Künstlern aus. Da spielen Saxofonisten, die manchmal aussehen wie John Lurie, nachts an den Straßenecken eine Musik, die deutlich nach „Lounge Lizards“-Kompositionen klingt – man hört aus dem Off Piano und Schlagzeug! – und eliminieren in einem surrealistischen Akt mit einem Revolver kurzerhand die Zuschauer, die das Spiel angelockt hat. Diese Kriminalgeschichte um den schizophrenen (?) Saxofonisten Anthony/Ant ist nur ein Handlungsfaden des gemächlich vor sich hin mäandernden Films „Subway Riders“, den Amos Poe zwischen 1979 und 1981 in New York drehte. „Subway Riders“ ist eine ausgesprochen atmosphärische Film-Noir-Kontrafaktur mit viel Musik von Robert Fripp, Ivan Kral sowie John Lurie und den Lounge Lizards, mit einigen absurden Dialogen, vielen coolen Gesten und reichlich damals geschätzter Neon-Ästhetik. Die (aus heutiger Sicht enttäuschende) Wiederbegegnung mit „Subway Riders“ erinnert an eine kurze Zeit, als Punk und New Wave (in New York: No Wave) versuchten, auch im Medium Film nach originellen und adäquaten Ausdrucksformen zu suchen, was dazu führte, dass einschlägige, zumeist multimedial aktive Musiker wie Lydia Lunch, Adele Bertei, Arto Lindsay o

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