Extreme

Zum 60. Geburtstag präsentierte das Filmfestival Locarno (1.-11.8.) einen guten, aber auch von Gegensätzen geprägten Internationalen Wettbewerb. Vom intimistischen Beziehungsdrama bis zum konventionellen Kostümfilm erstreckte sich die Spannweite. Es war ein Wettbewerb der Extreme, in dem künstlerisch anspruchsvolle Arbeiten wie „Capitaine Achab“ über Herman Melvilles „Moby Dick“ neben einem Politfilm wie „Extraordinary Rendition“ über die Opfer des CIA-Kampfs gegen den Terrorismus, die systematisch entführt und gefoltert werden, stand. In diesem Kontext glänzten sowohl Michel Piccolis Darstellung eines poetisch überhöhten Todes unter den Dächern von Paris („Sous les toits de Paris“) als auch die Trauerarbeit des in Frankreich lebenden Berbers Amor Hakkar unter dem Titel „La maison jaune“. Die Internationale Jury unter dem Präsidium von Irène Jacob hatte wahrlich keine einfache Aufgabe: Wie kann ein Film des Südens wie „Haiti chérie“ mit einem US-amerikanischen Thriller wie „Joshua“ oder mit einer Adoleszenzgeschichte in der deutschen Vorstadt in „Früher oder später“ verglichen werden? Die Diskussionen im Gremium seien „dynamisch, manchmal sogar heftig“ verlaufen, sagte Irène Jacob in der abschließenden Pressekonferenz. Am Abend auf der Piazza Grande kam es bei der Preisverleihung gar zum „cinephilen Aufbegehren“ in festlichem Rahmen: Romu

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