Der schwierige Weg zum Publikum

„Der besondere Kinderfilm“ hat sich recht schnell zu einer Marke entwickelt. Trotz weitgehend positiver Resonanz haben es die bislang produzierten Filme aber immer noch schwer, ihr Publikum zu finden. Ein Blick auf die Sicht der Verleiher und die Auswertungsmöglichkeiten der Filme. Es ist ein beachtlicher Output: Seit dem Start der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ im März 2013 sind mit „Winnetous Sohn“ und „Ente gut! – Mädchen allein zu Haus“ bereits zwei Filme aus der Reihe in den deutschen Kinos angelaufen, der dritte, „Auf Augenhöhe“, startet im Herbst. Die Projekte „Die Geister aus dem dritten Stock“ von Fatih Akin und „Die Unsichtbaren“ von Markus Dietrich werden zum Dreh vorbereitet. 2017 beginnen die Dreharbeiten zu „Unheimlich perfekte Freunde“ von Marcus H. Rosenmüller, einer Produktion der Firma Viafilm mit MDF, KiKA, BR und WDR mit einem Budget von drei Millionen Euro. Im vierten Jahrgang fördert die Initiative die Drehbuchentwicklung von vier Projekten mit je 25.000 Euro. „Wir wollen spannende, lebensbejahende und auch mit künstlerischen Ambitionen ausgestattete Filme machen, die das heutige Lebensgefühl von Kindern beschreiben“, betont Cornelius Conrad von der BR-Redaktion Kinderspielfilm. „Der besondere Kinderfilm“ durchbricht die Kinderkino-Monokultur aus deutschen Bestselleradaptionen und US-Mainstream-Produktionen. Somit hat „Der besondere Kinderfilm“ ein zentrales Ziel erreicht: Er durchbricht die Kinderkino-Monokultur aus deutschen Bestseller-Adaptionen und US-amerikanischen Mainstream-Produktionen. Die Marke hat sich etabliert, auch dank namhafter Regisseure, und sorgt für regelmäßigen Programmnachschub und wachsende Aufmerksamkeit in der Branche. Der Publikumszuspruch hält sich jedoch bisher in engen Grenzen. „Winnetous Sohn“ (2015) von Regisseur André Erkau, eine Produktion der Kinderfilm GmbH mit ZDF/KiKA, gewann den „Emil“ der Zeitschrift „TV Spielfilm“ und startete am 9. April 2015 im Verleih von Weltkino. „Ente gut! Mädchen allein zu Haus“ (2016) von Norbert Lechner, eine Produktion der Kevin Lee Filmgesellschaft mit MDR, BR und KiKA, erhielt auf dem Kinderfilmfestival FIFEM in Montreal den Publikumspreis und lief am 26. Mai 2016 im selben Verleih aus Leipzig an. Beide Filme kosteten je etwa 2,4 Mio. Euro. Für den ersten Film wurden bisher 40.300 Tickets gelöst, für den zweiten 10.900. Allerdings ist „Winnetous Sohn“ noch immer in Schulvorstellungen zu sehen. Und für Lechners Film erwartet Verleihgeschäftsführer Dietmar Güntsche, dass „der Film ebenfalls über mindestens ein Jahr in den Kinos laufen wird, sodass die Gesamtzahlen noch erheblich steigen werden“. Wie

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