Margret Köhler

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Alles hat zwei Seiten

Der österreichische Schauspieler Tobias Moretti kann alles spielen. Unter der Regie von Christian Schwochow agiert er jetzt in „Deutschstunde“ (ab Donnerstag im Kino) als expressionistischer Künstler Max Ludwig Nansen, der während der Nazi-Zeit nicht mehr malen darf. Seine Kunst gilt als „entartet“. Ein Gespräch über Pflicht, falsche Assoziationen zu Emil Nolde, weibliche Radikalität und die Lust an Theater und Film.

Das Interview führte Margret Köhler

Das Schweigen brechen

Der französische Regisseur François Ozon greift in „Gelobt sei Gott“ (Kinostart: 26.9.) einen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Lyon auf, der die französische Justiz beschäftigt und die Öffentlichkeit erschüttert. Er erzählt von Opfern, die nach Jahren der Scham und des Schweigens Gerechtigkeit fordern. Die „Berlinale“ ehrte das Drama mit dem „Großen Preis der Jury“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Kraft aus Verwundbarkeit

Mit 55 Jahren ist Brad Pitt mittlerweile mehr als Produzent denn als Hollywood-Star unterwegs, seine Auftritte in Filmen sucht er sich sorgfältig aus. In James Grays meditativem Weltraumepos „Ad Astra – Zu den Sternen“ (seit 19.9. im Kino) spielt er den Astronauten Roy McBride, der zum Neptun aufbricht, um seinen verschwundenen Vater zu suchen. Ein Gespräch über die Herausforderungen ambivalenter Charaktere und den Frust über fehlende Risikobereitschaft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

„Mich fasziniert die Traurigkeit“

An Louis Hofmann kommt im deutschen Film niemand vorbei. Seit Jahren legt der gebürtige Kölner eine phänomenale Karriere hin. Schon mit 11 Jahren stand er vor der Kamera; der Durchbruch gelang ihm 2015 mit „Freistatt“ über die brutale „Fürsorge-Erziehung“ in den 1960er-Jahren. In „Prélude“ (ab Donnerstag im Kino) spielt er einen Musikstudenten, der an sich verzweifelt und auf den Abgrund zusteuert.

Das Gespräch führte Margret Köhler

„Italien ist ein Staat, der versagt“

Seit seinem Buch „Gomorrha“ (2006) steht der italienische Journalist Roberto Saviano auf der Todesliste der Mafia. Obwohl er sich seitdem nicht mehr ohne Leibwache bewegen kann, analysiert er weiterhin die krakenhafte Macht der Mobster. In „Paranza – Der Clan der Kinder“ (ab 22. August in den Kinos) widmet er sich Heranwachsenden aus der verarmten Mittelschicht, die schon als Teenager bei der Camorra anheuern.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Chronist mit offenem Ausgang

Peter Heller (Jahrgang 1946) gehört mit über 70 Filmen zu den produktivsten Dokumentaristen Deutschlands. Über 30 Filme drehte er in Afrika. Am 19. Juni strahlt arte seinen Film „Markt der Masken“ (2015) aus, dessen ursprüngliche Fassung der Regisseur auf eigene Initiative hin in großen Teilen überarbeitet hat. Ein Gespräch über sich ändernde Methoden im dokumentarischen Schaffen und die Schubladen der „Afrika-Experten“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Mehr Schlagkraft

Erstmals hat die „Berlinale“ eine Doppelspitze. Am 1. Juni übernehmen Carlo Chatrian als Künstlerischer Direktor und Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin offiziell die Leitung der „Berlinale“. Obwohl sich schon erste neue Festival-Konturen abzeichnen, spricht viel für einen sanften Übergang und keinen radikalen Schnitt bei der 70. Ausgabe im Jahr 2020. Ein Gespräch mit den „Berlinale“-Leitern zu ihrem Einstieg und ihren Plänen.

Von Margret Köhler