Margret Köhler

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Fragen unserer Zeit - Milo Rau

Dorthin gehen, wo es weh tut. Das kann der Theater- und Filmemacher Milo Rau wie kaum ein Zweiter. In „Das Neue Evangelium“ (ab 17. Dezember im Streaming) orientiert er sich an der Passion Christi, transferiert die biblische Handlung aber ins heutige Süditalien und verfilmt sie als Revolte afrikanischer Migranten, die auf den Tomatenfeldern wie Sklaven schuften. Christliche Historie und die sogenannte „Revolte der Würde“ verbinden sich miteinander zu einer aufrührerischen Symbiose.

Von Margret Köhler

Die Mitte bricht weg - Julia von Heinz & "Und morgen die ganze Welt"

In ihrem politischen Drama „Und morgen die ganze Welt“ zeichnet die Regisseurin Julia von Heinz ein Bild von Deutschland, in das sie eigene Erfahrungen aus ihrer Jugend in linken Bewegungen einfließen lässt. Eine junge Jura-Studentin schließt sich einer Antifa-Gruppe an und mischt im Kampf gegen Neo-Nazis mit. Ein Gespräch über die Rebellion der Jugend, die Frage nach dem Einsatz von Gewalt und die Bedeutung des persönlichen Zugangs für Filmemacher.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Trauer & Humor - Vadim Perelman über "Persischstunden"

Für den aus einer jüdischen Familie stammenden Regisseur Vadim Perelman, der in Kiew geboren wurde, aber im Westen aufwuchs und schließlich nach Kanada immigrierte,  war sein Film „Persischstunden“ ein Herzensanliegen. Die außergewöhnliche Geschichte erzählt von einem gefährlichen Täuschungsmanöver, mit dem ein jüdischer Belgier in einem Lager die Protektion eines SS-Offiziers erlangt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Mille Grazie, Signore Barbera - Das 77. Venedig-Filmfestival 2020

Die Hoffnung des „Mostra“-Direktors Alberto Barbera, mit dem Filmfestival in Venedig der Filmbranche neuen Mut einzuflößen, ist glänzend aufgegangen. Das Festival ächzte zwar unter den Corona-Bedingungen, feierte aber das Kino und die Filmkunst – und überraschte auch dadurch, dass acht von 18 Wettbewerbsfilmen von Frauen inszeniert worden waren. Den „Goldenen Löwen“ gewann das Road Movie „Nomadland“ von Chloé Zhao.

Von Margret Köhler

Mit High Heels und Hidschab: Manele Labidi über „Auf der Couch in Tunis“

Die französisch-tunesische Regisseurin Manele Labidi entwirft mit „Auf der Couch in Tunis“ (ab 30. Juli im Kino) ein erfrischend paradoxes Bild aus der Zeit nach dem „Arabischen Frühling“. Die 37-jährige Filmemacherin, die sich als Französin und Tunesierin zugleich fühlt, spricht im Interview übers Leben und Arbeiten zwischen zwei Kulturen.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Liebe hinterlässt Spuren: Claude Lelouch zu „Die schönsten Jahre eines Lebens“

Der französische Regisseur Claude Lelouch hat seinen Kinoklassiker „Ein Mann und eine Frau“ (1966) 53 Jahre später weitergesponnen. In seinem 49. Film „Die schönsten Jahre eines Lebens“ trifft das Traumpaar Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant noch einmal aufeinander. Ein Gespräch über die Fortführung einer großen Liebesgeschichte.

Von Margret Köhler

Ein Interview mit Florian Gallenberger über „Der Überläufer“

Am 8. und 10. April zeigt Das Erste den Zweiteiler „Der Überläufer“ als TV-Premiere. Regisseur Florian Gallenberger hat damit den posthum veröffentlichten gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz umgesetzt. Buch wie Film erzählen von einem jungen Soldaten, der im Sommer 1944 zwischen Pflichterfüllung und seinem inneren moralischen Kompass fast zerrieben wird und zur Roten Armee überläuft. Im Interview spricht Gallenberger u.a. darüber, was ihn an Lenz’ Stoff bewegt hat.

Das Gespräch führte Margret Köhler