Thomas Klein

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Serialität goes Smartphone - Der Aufstieg der Micro-Dramen

Das serielle Erzählen hat endgültig die sozialen Medien erreicht. Mit vertikalem Bild und sehr kurzen Episoden sorgen Micro-Dramen für Aufsehen. Marktführer ist China mit Streaming-Apps wie ReelShort und DramaBox. Auch in Deutschland erfreuen sich die bereits massenhaft produzierten Formate großer Beliebtheit. Haben Micro-Dramen ein kreatives Potential oder sind und bleiben sie eher „Casual Series“, ein Snack zwischen zwei Stationen in der U-Bahn?

Thomas Klein | 15.06.2026

Mr. Scorsese

  • USA 2025
  • R: Rebecca Miller
Martin Scorsese stieg in den 1970er-Jahren zu einem der prägenden Filmemacher des „New Hollywood“-Kinos auf; seine Filme sind bis heute Meilensteine eines radikalen Erzählkinos. Bis in die Gegenwart führt er mit großem Erfolg Regie. Die fünfteilige Doku-Serie widmet sich klug gegliedert und ausführlich Leben und Werk des Ausnahme-Regisseurs; von der Kindheit bis in die Gegenwart wird der Werdegang eines Künstlers nachvollzogen, der für den Film lebte, und sein filmischer Kosmos beleuchtet. Neben Scorsese selbst kommen dabei zahlreiche Wegbegleiter und künstlerische Mitstreiter zu Wort, von Stammschauspielern wie Robert De Niro und Leonardo DiCaprio über Regie-Kollegen bis hin zu Menschen aus seinem Privatleben.
Thomas Klein | 17.10.2025

Midas Man - The Sound of Liverpool

  • Großbritannien 2024
  • R: Joe Stephenson
Der Plattenladenbesitzer Brian Epstein (1934-1967) hört 1961 im Liverpooler Cavern Club dem Auftritt einer Band zu und beschließt, der Manager der vier Musiker zu werden, die sich „The Beatles“ nennen. Zunächst erweist sich das Ringen nach öffentlicher Aufmerksamkeit für die Band als zäh, doch dann gelingt der erste Nummer-1-Hit. Unermüdlich führt Epstein die Beatles zu Weltruhm. Doch irgendwann muss er seinem großen Arbeitspensum Tribut zollen, und privat fehlt ihm der Halt, weil er seine Homosexualität nicht ausleben kann. Ein Biopic über den legendären Musikmanager, das stilsicher in der Inszenierung der 1960er-Jahre ein Stück Popmusikgeschichte lebendig werden lässt. Dabei gelingt es aber nicht ganz, den schillernden Charakter Epsteins – oszillierend zwischen beruflichem Erfolg und privater Zerrissenheit – einzufangen.
Thomas Klein | 14.08.2025

Das Aus für die FBW

Mit dem Anfang 2025 in Kraft getretenen Filmförderungsgesetz (FFG) ist eingetreten, was sich durch die Novellierung des FFG angebahnt hatte und trotz prominenter Fürsprecher und eines offenen Briefes von Mitgliedern der FBW-Jury an die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth nicht abgewendet werden konnte: Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) muss Ende 2025 ihre Tätigkeit einstellen.

Thomas Klein | 10.06.2025

Der lange Weg nach Protopia - Können Serien mehr als nur Dystopie?

Das größte Festival für die digitale Gesellschaft in Europa, die re:publica, stellte dieses Jahr in einem Panel auch die Frage nach der Vorliebe von Serien für Dystopien. Zugleich ging es darum, wie Zukunftserzählungen beschaffen sein müssen, damit nicht nur Dystopien, sondern auch positive Zukunftsperspektiven auf die Leinwände und Bildschirme kommen. Wie ist der aktuelle Stand und wie ist der zu bewerten?

Thomas Klein | 03.06.2025

Parallel Me

  • Deutschland 2025
  • R: Felix Binder
Als das Leben einer jungen Change-Managerin an einem Silvesterabend komplett aus den Fugen gerät, erscheint ihr eine geheimnisvolle Frau mit einem magischen Schal. Der soll ihr die Möglichkeit eröffnen, ihren Lebensfaden ganz neu zu spinnen, indem er ihr ermöglicht, Parallelwelten zu erkunden, in denen sie jeweils andere Entscheidungen getroffen und andere Weichen für sich gestellt hat. Die Dramedy-Serie widmet sich auf humorvolle Weise der Suche nach dem richtigen Lebensweg, indem er die Frage aufwirft, ob es den einen richtigen Lebensentwurf überhaupt gibt. Die Inszenierung hat viel Tempo und Witz, ist aber letztlich ästhetisch zu glatt für eine gelungene Reflexion und begnügt sich mit recht stereotypen Wunschträumen von einem besseren Leben.
Thomas Klein | 26.04.2025

I Know Your Soul

  • Bosnien 2023
  • R: Alen Drljević
Ein fünfzehnjähriger Junge nimmt sich das Leben. Die Staatsanwaltschaft in Sarajewo geht zuerst davon aus, den Fall schnell lösen zu können. Doch dann deutet sich an, dass der Teenager durch Mobbing in der Schule zu der Tat getrieben wurde. Seine Eltern starten eine Kampagne und veröffentlichen die Namen der Mitschüler, die angeblich ihren Sohn auf dem Gewissen haben. Auf dieser Liste steht auch der Sohn der ermittelnden Staatsanwältin. Die Miniserie beschränkt sich nicht auf die juristische Aufklärung eines Falls, sondern weitet ihr Szenario zur Reflexion von Schuld und Unschuld im Staatssystem von Bosnien und Herzegowina und beleuchtet die strukturellen Probleme eines überforderten Justizapparats. Zudem erzählt sie davon, wie die Risse in der Gesellschaft quer durch die Familien verlaufen.
Thomas Klein | 24.04.2025

In Verbindung treten - Angelina Maccarone über „Klandestin“

Acht Jahre, nachdem Angelina Maccarone für das beste unverfilmte Drehbuch mit dem „Deutschen Drehbuchpreis“ ausgezeichnet wurde, kommt ihr Film „Klandestin“ nun endlich in die Kinos. Mit Anleihen beim Thriller erzählt die Filmemacherin aus vier sich überlappenden Blickwinkeln von Migration, Politik und Kunst. Ein Gespräch über Europa, die Herausforderungen für Deutschland und was der Film damit zu tun hat.


Thomas Klein | 24.04.2025

Hochbegabt und schwierig - Nachruf auf Val Kilmer

Als Jim Morrison in Oliver Stones Biopic „The Doors“ lieferte Val Kilmer eine legendäre Darbietung ab, an der sich alle nachfolgenden Darstellungen bekannter Popstars messen lassen mussten. Die 1990er-Jahre waren sein Jahrzehnt mit einem weiteren Höhepunkt im Thriller „Heat“. Val Kilmer galt als schwierig, und einfach hat es ihm das Leben auch nie gemacht. Mit 65 Jahren ist er nun an einer Lungenentzündung gestorben.

 

Thomas Klein | 04.04.2025

Filmklassiker: „The Wild Bunch“

Bis heute hat „The Wild Bunch“ nichts von der Eindringlichkeit eingebüßt, mit der Peckinpah 1968 das Western-Genre erneuerte. Antihelden wie der wilde Haufen desillusionierter Outlaws, von dem der Film erzählt, hatte es im US-Kino bislang in der Form nicht gegeben. „The Wild Bunch“ ist der Höhepunkt im Werk eines Regisseurs, der wie nur wenige andere einen stetigen Kampf gegen die Konventionen Hollywoods führte.

Thomas Klein | 30.03.2025

Auf den Ton kommt es an - Tonmeister Matthias Lempert

Wenn es nicht gerade spektakuläre Soundeffekte sind, wird der Ton im Film oft nicht als künstlerische Leistung wahrgenommen. Für die filigraneren Nuancen des Klangs braucht es ein feines Ohr. Einer der bedeutendsten deutschen Tonmeister ist Matthias Lempert. Bei „Das Licht“ (jetzt im Kino) arbeitete er zum wiederholten Mal mit Tom Tykwer zusammen. Aber auch die Filme von Andres Veiel oder Angela Schanelec profitieren von Lemperts Tongestaltung.

Thomas Klein | 21.03.2025

Magpie

  • Großbritannien 2024
  • R: Sam Yates
Als ihre Tochter eine Rolle in einem großen Kinofilm bekommt, könnte die in der Krise steckende Ehe eines jungen Paares wiederbelebt werden. Doch während die Mutter sich zu Hause um das zweite Kind, noch ein Baby, kümmert, begleitet ihr Mann ihre Tochter zum Set. Scheinbar hilflos muss die Frau miterleben, wie er dem weiblichen Star des Historienfilms mit Textnachrichten den Hof macht. In dem intelligenten Ehedrama und Psychothriller brilliert die Hauptdarstellerin in der Rolle einer Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs, die sich aber nicht unterkriegen lässt. Im Hintergrund geht es um fortbestehende Geschlechterungleichheiten, die auch durch die Bildsprache des Films subtil eingefangen werden.
Thomas Klein | 14.03.2025

Auserwählter Außenseiter - Timothée Chalamet

Mit „Call Me By Your Name“ gelang dem 1995 in New York City geborenen Schauspieler 2016 der Durchbruch; seitdem ist er zu einem der wichtigsten Schauspieler seiner Generation herangereift und hat als Paul Atreides in den Neuverfilmungen von „Dune“ auch das Blockbusterkino erobert. Aktuell glänzt er als junger Bob Dylan in „Like A Complete Unknown“.


Thomas Klein | 28.02.2025

Flight Risk

  • USA 2024
  • R: Mel Gibson
Eine Polizistin muss einen Kronzeugen in einem kleinen Propellerflugzeug quer durch Alaska transportieren, der in einem Mafia-Prozess gegen den Hauptangeklagten aussagen soll. Unterwegs realisiert die Beamtin, dass der Pilot ein von der Gegenseite gedungener Killer mit psychopathologischen Zügen ist. Über den Wolken entbrennt auf engstem Raum eine brutales Katz- und Maus-Spiel. Ein nervenaufreibender Thriller mit minimalistischem Setting, das er effektiv für ein Höchstmaß an Spannung und überraschende Twists nutzt, die durch Dialoghumor aufgelockert werden.
Thomas Klein | 20.02.2025

Spuren (2024)

  • Deutschland 2024
  • R: Stefan Krohmer
Eine junge Frau verschwindet beim Joggen, Tage später wird ihre Leiche gefunden. Die Ermittlungen einer eigens gebildeten Sonderkommission laufen zunächst ins Leere. Dann geschieht ein zweiter Mord, wieder an einer jungen Frau. Fieberhaft wird nach dem Täter gesucht, bei dem es sich vermutlich um einen Serienmörder handelt. Der auf wahren Fällen in Südbaden in den 2010er-Jahren beruhende Vierteiler stellt zwar die beiden Leiter der SOKO ins Zentrum, zeigt aber vor allem minutiös und nüchtern, wie es sukzessive gelingt, dem Täter durch Teamarbeit auf die Spur zu kommen. Im völligen Verzicht auf reißerische Mittel hebt sich die Miniserie angenehm vom Gros der deutschen Fernsehkrimis ab.
Thomas Klein | 07.02.2025

Luce

  • USA 2019
  • R: Julius Onah
An seiner High School als Vorbild gefeiert, wird ein Schüler kurz vor dem Abschluss auf seine Herkunft aus Eritrea zurückgeworfen, als eine Lehrerin ihn beschuldigt, in einem Aufsatz gewalttätige Ansichten zu vertreten. Als er eigenmächtig versucht, das Problem zu lösen, verstrickt er sich in Widersprüche und büßt zunehmend das Vertrauen seiner weißen Adoptiveltern ein. Das auf einem Theaterstück beruhende Rassismus-Drama verhandelt in geschliffenen Dialogen und in hervorragender Darstellung die Frage, wie weit das Vertrauen zu einem Menschen geht, wenn er die Kindheit im Umfeld unfassbarer Gewalt erlebt hat, und inwieweit selbst in einem liberalen Milieu die Beurteilung eines Gegenübers von internalisierten ethnischen Vorurteilen beeinflusst ist.
Thomas Klein | 10.01.2025

Ein Zug voller Hoffnung

  • Italien 2024
  • R: Cristina Comencini
Ein siebenjähriger Junge aus Neapel tut sich zuerst schwer damit, als er im Herbst 1946 seine Mutter verlassen muss, um in Oberitalien bei einer anderen Frau den Winter ohne Armut zu verbringen. In Modena eröffnet sich für das Kind eine andere, sorgenlosere Welt, die er bald gar nicht mehr verlassen will. Ein berührendes Drama über ein Kind und seine Mutter, deren Liebe zueinander auf schmerzliche Weise auf die Probe gestellt wird. Zugleich erzählt der schnörkellos inszenierte, aber nicht immer glaubwürdig erzählte Film auch ein bewegendes Kapitel der italienischen Nachkriegsgeschichte.
Thomas Klein | 04.12.2024

Nachruf auf Jim Abrahams, den Meister des parodistischen Slapsticks

Mitte der 1970er-Jahre kam Jim Abrahams nach Los Angeles, als das „New Hollywood“-Kino gerade in die Blockbuster-Phase überging. 1977 reüssierten er und seine langjährigen Freunde, David und Jerry Zucker, in „Kentucky Fried Movie“ als Drehbuchautoren. „Airplane!“ brachte ihnen 1980 auch den Durchbruch als Regie-Trio. Fortan erneuerten sie die Komödientraditionen der Genreparodie und des Slapsticks für ein cinephiles Publikum. Ein Nachruf auf Jim Abrahams.

Thomas Klein | 29.11.2024

Landman

  • USA 2024
  • R: Taylor Sheridan
Einem Mann, der für einen Öl-Multi in Texas arbeitet, wird zunehmend bewusst, dass er zu den Dinosauriern einer aussterbenden Industrie gehört. So reparaturbedürftig wie sein gealterter und vom Trinken gezeichneter Körper, ist die Infrastruktur, die er zu überwachen hat. Immer mehr Unfälle stellen seine Arbeit auf die Probe, und dann tauchen auch noch seine Tochter und seine Ex-Frau auf, um sich bei ihm einzuquartieren. In seiner neuen Serie wendet sich Showrunner Taylor Sheridan der Ölindustrie in Texas zu und erzählt einmal mehr vom allzu erfolgreichen Aufbäumen eines aus dem Wilden Westen bis heute erhalten gebliebenen Heldentums, das keine Rücksicht auf Land und Leute nimmt.
Thomas Klein | 18.11.2024

Aha-Momente - Das Internationale Roma-Filmfestival AKE DIKHEA?

In der Kunst- und auch in der Kinogeschichte waren Roma und Sinti lange nur als „Zigeuner“ – mal als Feindbild, mal als romantische Projektion – präsent. Die alten antiziganistischen Klischees in den Köpfen mit neuen, vielfältigen Geschichten zu konterkarieren, ist das Ziel des internationalen Filmfestivals AKE DIKHEA?, das

Thomas Klein | 18.10.2024

Zwischen Tradition und Moderne - Maggie Smith

Als Charakterdarstellerin startete Maggie Smith nach frühen Theatererfolgen auch im Film der 1960er-Jahre durch und zeigte ihre außergewöhnliche Begabung und Vielseitigkeit. Sowohl für das Drama „Die besten Jahre der Miss Jean Brodie“ als auch für die Komödie „Das verrückte California-Hotel“ gewann sie „Oscars“. Später fiel ihr oft das Fach exzentrischer alter Frauen zu. Mit der „Harry Potter“-Reihe und der Serie „Downton Abbey“ wurde sie im hohen Alter noch zur Fan-Ikone.

Thomas Klein | 30.09.2024

Alles nur Theater?

  • Italien 2023
  • R: Riccardo Milani
Ein italienischer Schauspieler hält sich mit der Synchronisation von Pornofilmen notdürftig über Wasser. Als ihm angeboten wird, einen Theaterworkshop mit Gefängnisinsassen zu leiten, greift er zu und freundet sich mit den Häftlingen an. Gemeinsam entwickeln sie eine Inszenierung des Stückes „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett. Der Erfolg gibt ihnen recht, zieht aber ganz andere Probleme nach sich. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Stoff kitzelt als warmherzige Tragikomödie die humoresken Seiten des Unterfangens heraus, zeigt aber auch die Grenze eines solchen Projekts auf, das den Zwangscharakter des Freiheitsentzuges nicht aufheben kann.
Thomas Klein | 22.08.2024

Wie ein Puzzlespiel - RP Kahl zu „Die Ermittlung“

„Die Ermittlung“ (ab 25.7. im Kino) ist eine originalgetreue Adaption des Theaterstücks von Peter Weiss, in dem der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963-1965 mit Mitteln des dokumentarischen Theaters dargestellt wurde. Für den Spielfilm wurde mit einem großen Ensemble gezielt in einem Film- und Fernsehstudio gedreht, in dem vor allem TV-Shows produziert werden. Entstanden ist ein Kinofilm, der in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland von erschütternder Relevanz ist. Ein Gespräch mit dem Regisseur RP Kahl.

Thomas Klein | 26.07.2024

The Gate - Amerikas verlorene Krieger

  • Deutschland 2023
  • R: Jasmin Herold
In der Wüste von Utah liegt der geheime US-Militärstützpunkt Dugway, auf dem der Krieg von morgen geprobt wird. Das Gelände ist wegen seiner Experimente mit biologischen und chemischen Waffen umstritten. An diesem Ort treffen ein schwer traumatisierter Soldat, ein Militärseelsorger, ein Überlebender aus Hiroshima und ein Vater auf der Suche nach seinem vermissten Sohn aufeinander. Auf ihre Weise sind sie alle schwer traumatisiert, ohne den Krieg selbst in Frage zu stellen. Ein bildgewaltiger Film über eine Gesellschaft, in der Gewalt als Freiheitsrecht gilt und die zerstörerischen Folgen menschlichen Handelns für die Umwelt hingenommen werden.
Thomas Klein | 25.07.2024

Filmklassiker: DEFA-Indianerfilme

Der Western machte in den 1960er-Jahren auffallende Wandlungsprozesse durch. Wurde das Genre in Hollywood für tot erklärt, erfreute es sich in anderen Ländern wachsender Beliebtheit. Das galt nicht nur für Italien, wo der Italowestern entstand, sondern auch für den Ostblock und die DDR. Im Bemühen, sich vom Hollywoodkino abzugrenzen, wurden die Filme der DEFA „Indianerfilme“ genannt. Eine Passage durch eine faszinierende Episode der deutschen Filmgeschichte anlässlich einer neuen DVD-Edition.

Thomas Klein | 12.07.2024

Der Skript-Virtuose - Nachruf auf Robert Towne

Sein Drehbuch für „Chinatown“ (1974) gilt als eines der besten in der Geschichte Hollywoods, ja vielleicht sogar des Films überhaupt. Robert Towne gewann dafür 1975 den „Oscar“ und den „Golden Globe“. Es gibt kaum einen Drehbuchratgeber, in dem das Buch nicht als Paradebeispiel für gelungenes Scriptwriting herangezogen würde. Towne avancierte damit zum Star des New Hollywood. Im Juli 2024 ist er verstorben.

Thomas Klein | 04.07.2024

WondLa

  • USA 2024
  • R: Andrew L. Schmidt
Ein Mädchen ist, nachdem die Erdoberfläche unbewohnbar geworden ist, unter der Obhut eines Roboters in einem unterirdischen Bunker aufgewachsen; der sehnlichste Wunsch der 16-Jährigen ist es, andere Menschen kennenzulernen. Als sie von einem Wesen an der Erdoberfläche aufgespürt und überfallen werden, muss die junge Frau früher als geplant an die Oberfläche. Dort findet sie eine Erde vor, auf der Aliens die Menschen verdrängt zu haben scheinen. Die auf einer Kinderbuchreihe fußende Animationsserie bereitet ihr postapokalyptisches Thema nicht dystopisch-düster auf, auch wenn die genretypische Warnung vor den Folgen menschlichen Missbrauchs des Planeten durchaus mitschwingt. Stattdessen entwickelt sie sich als abenteuerliche, mit viel Liebe zum Detail gestaltete Coming-of-Age-Geschichte einer neuen „Alice im Wunderland“.
Thomas Klein | 28.06.2024

Zum Tode von Roger Corman

Als unabhängiger Filmemacher kultivierte Roger Corman das B-Movie wie kein anderer und gab einer langen Reihe von später berühmt gewordenen Regisseuren erste Bewährungschancen. Mit seinen eigenen Produktionen blieb er bis ins hohe Alter hinein eine Ausnahmeerscheinung. Im Alter von 98 Jahren ist Roger Corman am 9. Mai in Santa Monica gestorben.

Thomas Klein | 13.05.2024

Gelber wird’s nicht! Ausstellung & Bildband über „Die Simpsons“

Eine ganze Generation ist mit den schrägen Alltagsabenteuern von Mutter Marge, Vater Homer und ihren Kids Bart, Lisa und Maggie im Städtchen Springfield groß geworden. „Die Simpsons“ aus Matt Groenings gleichnamiger Animations-Sitcom sind Kult und feiern 2024 ihren 35. Geburtstag. Eine Ausstellung in Dortmund und ein üppig bebilderter Band bieten kenntnisreiche Einblicke in die langlebige US-Zeichentrickserie.


Thomas Klein | 10.05.2024

Die Vision der Claudia Andujar

  • Deutschland 2024
  • R: Heidi Specogna
Anfang der 1970er-Jahre reiste die Fotografin Claudia Andujar ins brasilianische Amazonasgebiet, weil sie sich für die indigene Bevölkerung der Yanomami interessierte. Mit ihren Fotografien dokumentierte sie das Leben der Menschen. Doch als die im Einklang mit der Natur lebende Gemeinschaft immer mehr durch Krankheiten und den Raubbau an der Natur bedroht wurde, entschied sich Andujar, den Menschen aktiv zu helfen. Der Dokumentarfilm dokumentiert das Leben einer bemerkenswerten Frau und zeigt zugleich, wie Fotos humanitär wirken können. Dabei bleibt er eng an der Protagonistin, deren Perspektive auf die Yanomami er weitgehend bruchlos übernimmt.
Thomas Klein | 09.05.2024