Ralf Schenk

730 Beiträge gefunden.

Subversiv, komisch, melancholisch

Der tschechische Schauspieler Rudolf Hrušínský (1920-1994) war in seiner Heimat über Jahrzehnte einer der meistgeliebten Stars. In leisen Arbeiten wie auch in populären Auftritten wie als Soldat Schwejk wurde er für seine feinsinnige Charakterisierungskunst geschätzt, die berühmte subversive Parabel „Der Leichenverbrenner“ war nur einer der Filme, die er zum Meisterwerk machte. Eine Erinnerung zum 100. Geburtstag am 17.10.2020.

Von Ralf Schenk

Zum Tode von Joachim Kunert

Der Regisseur Joachim Kunert (24.9.1929-18.9.2020) zählte zum Urgestein der DEFA. Schon kurz nach dem Krieg volontierte er bei Wolfgang Staudte und Kurt Maetzig. Er erwies sich als versierter Handwerker, der in großen Kinobildern zu inszenieren verstand. Anfang der 1970er-Jahre wechselte er zum Fernsehen, das mit Literaturadaptionen lockte. Nach der Wende war er arbeitslos. Jetzt ist er kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Ein „Film-Schauspieler“ - Michael Gwisdek

Das Komische und das lockere Mundwerk waren Michael Gwisdek als Sprössling eines Gastwirt-Ehepaars gleichsam in die Wiege gelegt. Doch es dauerte, bis er seinen Traum vom „Film-Schauspieler“ verwirklichen konnte. Jetzt ist der launige Exzentriker mit den vielen Lachfalten um die Augen im Alter von 78 Jahren überraschend gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Zum Tod von Jiří Menzel

Der tschechische Regisseur und Schauspieler Jiři Menzel fabulierte in seinen Filmen oft über den „kleinen Mann“ im Strudel der Zeitläufte oder als Spielball der Politik. Seine Haltung zum Leben verband Menzel mit dem Dichter Bohumil Hrabal, dessen Erzählungen und Roman er bevorzugt für die Leinwand adaptierte. Mit Witz, großer Lebenslust und der Kunst, auf dem schmalen Grat zwischen Lachen und Weinen zu balancieren, bot er den Widrigkeiten des Daseins zeitlebens die Stirn.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Zum Tod von Erika Richter

Die Dramaturgin und Filmkritikern Erika Richter war für die Filmentwicklung im deutschen Osten, aber auch für die filmhistorische Erinnerungsarbeit eine Institution. In ihren Jahren bei der DEFA bestärkte sie junge Filmschaffende und förderte Filme von Frauen; als unermüdlicher Motor hielt sie die Zeitschrift „Film und Fernsehen“ nach der Wende ein Jahrzehnt lang am Leben. Jetzt ist sie im Alter von 82 Jahren gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Zum Tode von Wolf-Eckart Bühler

Der begnadete Filmessayist gehörte zu den Redakteuren der Zeitschrift „Filmkritik“, die in den 1970er-Jahren von Einzelbesprechungen abrückten und strukturelle Zusammenhänge ins Zentrum der Analyse rückten. In diesem Geist drehte er auch einige Porträtfilme und wandte sich dann dem Schreiben von Reiseführern zu. Jetzt ist Wolf-Eckart Bühler (17.9.1945-16.6.2020) im Alter von 74 Jahren gestorben.

Von Ralf Schenk

Erinnerungen an Irm Hermann

Eine der freiesten und beweglichsten deutschen Schauspielerinnen ist tot: Irm Hermann (4.10.1942-26.5.2020) wurde von Fassbinder entdeckt und auf die Rolle der frustrierten Spießerin festgelegt. Doch sie wusste sich zu wehren, gewann Abstand und fand in Berlin Anschluss an viele interessante Milieus.

Von Ralf Schenk