Ralf Schenk

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Mein fremdes Land (2020)

  • Deutschland 2020
  • R: Marius Brüning

Ein Filmstudent, der in einem gutbürgerlichen Elternhaus im Südwesten Deutschlands aufgewachsen ist, begibt sich auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter in Bolivien. Und findet sie in einem abgelegenen Bergdorf als Ziegenhirtin wieder, die unter einfachsten Bedingungen lebt. Aus einer Reise mit zahlreichen emotionalen Wechselbädern filtert der Film ein Road Movie heraus, das behutsam dem Wechselspiel von Glück und Trauer, Zärtlichkeit und Distanz folgt, ohne effekthascherisch oder larmoyant zu werden.

Bastard in Mind

  • Deutschland 2019
  • R: Sobo Swobodnik

Im Juli 2014 wird im Kopf des Regisseurs Sobo Swobodnik ein lebensgefährliches Aneurysma festgestellt. Käme es zum Platzen, würde das unweigerlich den Tod bedeuten. In einer experimentellen audiovisuellen Collage rekonstruiert er nun, welche Gedanken, Gefühle und Träume, Ängste und Hoffnungen ihn in den beiden Monaten bis zur Operation begleiteten und beherrschten. Über die subjektiven Empfindungen hinaus fragt der Film in einer philosophischen Versuchsanordnung nach Quellen und Umständen von Leben und Tod, nach Endlichkeit und Angst.

Rivale

  • Deutschland 2020
  • R: Marcus Lenz

Nach dem Tod der Großmutter in der Ukraine wird ein neunjähriger Junge aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und heimlich nach Deutschland gebracht. Hier arbeitet seine Mutter als illegale Pflegekraft. Sie will den Mann, dessen Frau sie bis zu ihrem Tod betreute, heiraten, woraus für das Kind eine gefährliche Rivalität erwächst. Ein atmosphärischer, ganz auf die Kraft seiner Bilder setzender Film, der mit Genreelementen jongliert, tradierte Muster aber immer wieder unterläuft. Das herausragend gespielte Drama überzeugt vor allem durch sein Bewusstsein für eindringliche Metaphern und die spannungsvolle Ambivalenz der Figuren.

Ein Mann mit Grundsätzen - Frank Beyer

Frank Beyer (1932-2006) war der international am meisten wahrgenommene Filmemacher der DDR, der mit historischen Stoffen wie „Nackt unter Wölfen“ und „Jakob der Lügner“ Meilensteine des DEFA-Kinos schuf. Mit wachsender kritischer Haltung ertrug er das Verbot seines Baustellenwesterns „Spur der Steine“ und weiterer Filme und erkämpfte sich seinen Platz in der DDR immer wieder zurück. In seinem Werk spiegeln sich die Auf- und Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Eine Würdigung zum 90. Geburtstag am 26. Mai.


Volksvertreter

  • Deutschland 2021
  • R: Andreas Wilcke

Dokumentarfilm über vier Bundestagsabgeordnete der AfD, die zwischen 2017 und 2020 zu Sitzungen, bei Bürgerdialogen oder auf Auslandsreisen begleitet werden. Die daraus montierte Studie verdichtet sich gelegentlich mit realsatirischem Furor zu einer Parade der Eitelkeiten, die stets nur den selbstbezogenen Diskurs pflegt. Ohne jeden Off-Kommentar gelingen kluge Tableaus zu Themen wie der medialen Selbstdarstellung der Abgeordneten, ihrem verqueren Geschichtsbild oder dem Populismus im Gespräch mit Wählern.

We Are All Detroit - Vom Bleiben und Verschwinden

  • Deutschland 2021
  • R: Ulrike Franke

Bochum und die US-amerikanische Stadt Detroit verbindet trotz vieler Unterschiede das Schicksal, dass ihre besten Jahre mit dem Boom der Autoindustrie zusammenhingen. Heute müssen sie den Mangel verwalten und sich neuen Ideen und Konzepten öffnen. Die über sechs Jahre gedrehte Langzeitdokumentation lässt Beteiligte und Betroffene zu Wort kommen und spürt darin den Verwerfungen und Defiziten des Wandels nach, betrachtet aber auch individuelle Versuche, Lösungswege aus der Krise zu finden, voller Empathie. Ein emphatischer Film zwischen Melancholie, feinem Humor und realsatirischen Einschüben.

Zum Tod des Regisseurs Ulrich Weiß

Zwischen 1976 und 1991 drehte Ulrich Weiß nur fünf lange Spielfilme. Die Kritik bezeichnete ihn als einen Maverick, einen verkannten Außenseiter: „einen Tabu- und Regelbrecher, der in keine Zeit und keine Gesellschaft passte“ (Erika Richter). Unter anderen, besseren Bedingungen hätte sein Werk als provokante Inspiration für viele gelten und das deutsche Kino wesentlich beeinflussen und fördern können.

Erinnerungen an den Filmkritiker Heinz Kersten

Drei Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine starb der Filmkritiker Heinz Kersten. Das ersparte ihm eine bittere Verzweiflung, weil ihm die Vermittlung der russischen wie der ukrainischen (Film-)Kunst besonders am Herzen lag. Der quirlige Journalist war ein kritischer Geist, der sich weder durch die Stasi noch eine 15-monatige Gefängnishaft von seiner Liebe zur osteuropäischen Kultur abbringen ließ.


Alles, was man braucht

  • Deutschland 2021
  • R: Antje Hubert

Dokumentarischer Heimatfilm über Dorfläden von der Uckermark bis zu den Halligen, die sich der über Jahrzehnte dominanten Tendenz, gegen Supermärkte jenseits der kleinen Gemeinden den Kürzeren zu ziehen, widersetzen. Sie dienen nicht nur dem Einkauf und der Versorgung mit dem Notwendigen, sondern sind als kommunikative Zentren von unschätzbarem Wert. Mit seinem ruhigen Erzählfluss liefert der Film zwar keine neuen Erkenntnisse und Einsichten, porträtiert aber sympathische Zeitgenossen, die mit Pioniergeist dazu beitragen, den Dörfern neues Leben einzuhauchen.

Die Saat

  • Deutschland 2021
  • R: Mia Maariel Meyer

Ein Fliesenleger steigt zum Bauleiter auf und zieht mit seiner Frau und seiner 13-jährigen Tochter in ein renovierungsbedürftiges Haus am Stadtrand. Die Jugendliche findet eine neue Freundin, die sie zum Trinken, Rauchen und zum Diebstahl anstiftet. Doch die Eltern haben kein Ohr für sie; die Mutter ist schwanger, der Vater wird im Job durch einen kalten Pragmatiker ersetzt. Der wachsende Druck zermürbt die Familie, treibt ihre Mitglieder in die Vereinzelung und löst eine Spirale der Gewalt aus. Das von den Filmen des englischen Regisseurs Ken Loach inspirierte Drama entwirft das eindrückliche Porträt von Menschen in einer Gesellschaft, in der jeder um seine Existenz ringt.

Fuoco sacro - Suche nach dem heiligen Feuer des Gesangs

  • Deutschland 2021
  • R: Jan Schmidt-Garre

Annäherungen an die Kunst dreier zeitgenössischer Opernsängerinnen, die mit ihren Auftritten das „heilige Feuer“ des Gesangs entfachen und ihr Publikum begeistern. Der Dokumentarfilm begleitet sie auf Proben und bei Vorbereitungen auf ihre Rollen. In Beobachtungen und Interviews versucht er dem Geheimnis ihrer Stimmen auf die Spur zu kommen und beschreibt sowohl rationale Vorgänge ihrer Kunsttechnik als auch jenen nicht erklärbaren Schwebezustand, aus dem heraus große Kunst entsteht. Dabei entsteht eine Ahnung von der Gesangskunst und ihrer Endlichkeit, die durch weitere Zuspitzung noch hätte vertieft werden können.

River (2021)

  • Australien 2021
  • R: Jennifer Peedom

In der Tradition des zivilisationskritischen Bilder-Essays „Koyaanisqatsi“ präsentiert der visuell und auditiv monumentale Dokumentarfilm rauschhaft-überwältigende Aufnahmen von Flüssen rund um den Globus. Mit Zeitlupe, Zeitraffer und majestätischen Totalen spürt der „orchestrale Konzertfilm“ dem Einfluss der Menschen auf die Natur nach und beschwört eindringlich die Notwendigkeit eines Wertewandels. Allerdings lassen die großen Gedankenbögen dabei wenig Raum für Differenzierungen. Das optimistische Finale stimmt zwar zuversichtlich, lässt Detailfragen aber außen vor.

Der Waldmacher

  • Deutschland 2021
  • R: Volker Schlöndorff

Eine Hommage an den australischen Agrarwissenschaftler Anthony Rinaudo, der seit rund vierzig Jahren versucht, den vermeintlich toten Boden in Afrika zu vitalisieren und aus dem unterirdischen Wurzelwerk neue Wälder und Felder zu kultivieren. Der optimistische Film porträtiert einen sympathischen Mann, der ohne jeden Überlegenheitsduktus für eine bessere Zukunft der afrikanischen Landbevölkerung eintritt. Zugleich wird das Wissen zum Thema gebündelt, wobei neben Rinaudo vor allem die Einheimischen zu Wort kommen.

This Rain Will Never Stop

  • Lettland 2020
  • R: Alina Gorlowa

Ein junger Syrer, der mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg in Syrien 2012 in die Ukraine floh, wird auch dort vom Krieg eingeholt. Statt weiter nach Westeuropa zu ziehen, wird er Helfer beim Roten Kreuz und kehrt später auch in den Nahen Osten zurück. Aus dem Porträt des schweigsamen jungen Mannes und seiner Familie entwickelt der schwarz-weiße Film ein philosophisches Essay über Trauer und Hoffnung angesichts des Zustands der Welt. Elf fragmentarische Kapitel, die sich tradierten narrativen Mustern verweigern, fügen sich zu einem bildstarken, experimentellen Antikriegsfilm.

Honecker und der Pastor

  • Deutschland 2022
  • R: Jan Josef Liefers

Im Januar 1990 gewährte der evangelische Pastor Uwe Holmer dem obdachlosen Ehepaar Erich und Margot Honecker drei Monate lang Asyl in seinem Haus in Lobetal nordöstlich von Berlin. Diese historische Begebenheit nutzt das (Fernseh-)Drama zu einem stillen, keineswegs spekulativen, letztlich aber inkonsequenten Film über einen gebrochenen Ex-Staatschef, der die Welt nicht mehr versteht und auch sprachlich nicht mehr aus seiner Parteiwelt herausfindet. Auch der Disput zwischen christlicher und kommunistischer Weltanschauung verharrt im eingeschränkten Denk- und Sprachradius der authentischen Honecker-Figur.

Dem Leben entgegen - Kindertransporte nach Schweden

  • Schweden 2019
  • R: Gülseren Sengezer

Interviewfilm mit vier ehemaligen jüdischen Flüchtlingskindern, die nach 1938 ohne Eltern und Verwandte ins schwedische Exil geschickt wurden. Die Interviewten reflektieren über Angst und Einsamkeit in der Fremde und die emotionalen Erschütterungen, die mit der Trennung von der Familie verbunden waren. Parallel dazu eröffnen lange Kamerafahrten durch schwedische Landschaften und ein kammermusikalischer Klangteppich einen vielfältigen emotionalen Raum für Reflexionen über diese Erlebnisse und Erfahrungen, Enttäuschungen und Traumata.

Schattenstunde

  • Deutschland 2021
  • R: Benjamin Martins

Die letzten Lebensstunden des Schriftstellers Jochen Klepper, der im Dezember 1942 mit seiner jüdischen Frau und Tochter vor den Nazis in den Tod floh. Der Film entwirft eine symbolisch aufgeladene Welt der Bedrückung und Bedrohung, aus der es kein Entkommen gibt. Die eindrückliche Bilderzählung will mit den Mitteln des magischen Realismus zu Fragen über Glauben und Selbstbestimmung angesichts existentieller Herausforderungen anregen, was narrativ und inszenatorisch mitunter bleischwer ausfällt. Dennoch gelingt eine eindrucksvolle Mahnung zu Würde und Freiheit.

Die Wannseekonferenz (2021)

  • Deutschland 2021
  • R: Matti Geschonneck

Am 20. Januar 1942 treffen in einer Villa am Großen Wannsee in Berlin Mitglieder der NS-Elite zusammen, um die Umsetzung der schon beschlossenen Vernichtung der europäischen Juden im Detail festzulegen. Der Film über die berüchtigte „Wannseekonferenz“ folgt den Vorgaben der früheren filmischen Bearbeitungen durch Heinz Schirk (1984) und Frank Pierson (2001) und stellt die nur etwas mehr als eine Stunde dauernden Ereignisse nahezu in Echtzeit, frei von inszenatorischen Schnörkeln und mit hochkarätiger Besetzung nach. Ein bedrückendes Dokumentarspiel über die eiskalten Strategen des Holocaust.

Nachruf auf Otto Hanisch

Der Kameramann Otto Hanisch war ein Meister des DEFA-Genrefilms. Fast vierzig Jahre lang fotografierte er Komödien, Western und historisch-biografische Filme. Als besondere Herausforderung empfand er die Arbeit mit der 70mm-Kamera. Mit „Signale – ein Weltraumabenteuer“ und „Orpheus in der Unterwelt“ drehte er zwei herausragende 70mm-Filme in der DDR. Nach dem Ende der DEFA zog er sich in die Malerei zurück.

Nachruf auf den DEFA-Kameramann Roland Dressel

Der Kameramann Roland Dressel fotografierte in den 1970er- und 1980er-Jahren einige der bedeutendsten DEFA-Filme. Regisseure wie Rainer Simon, Roland Gräf oder Ulrich Weiß schätzten ihn für seine Bilderwelten, die sich den Geschichten unterordneten, aber zugleich mit immer neuen artifiziellen Einfällen aufwarteten. Im Alter von 89 Jahren ist Roland Dressel jetzt in Potsdam verstorben.

In Bewegung bleiben

  • Deutschland 2021
  • R: Salar Ghazi

Tänzerinnen und Tänzer, die in der Endzeit der DDR zur Berliner Komischen Oper zählten, erinnern sich an Herkunft und Ausbildung, die Arbeit am Opernhaus und Gastspiele im Westen. Gegen Ende der 1980er-Jahre entschlossen sich mehrere Ensemblemitglieder zur Flucht. Der Filmemacher Salar Ghazi, der seit damals mit einigen von ihnen befreundet ist, lässt die Ereignisse Revue passieren. Erinnerungen und privates VHS-Material werden zu einem komplexen Bild verwoben, welches das ostdeutsche Lebensgefühl der Wendejahre transparent macht. Dabei verzichtet der Schwarz-weiß-Film auf eine strenge Dramaturgie, mäandert durch Zeiten und Räume und erschließt neue Blickwinkel und Themen.

Zum Tod von Helga Reidemeister

In vielen ihrer Dokumentarfilme, die seit den 1970er-Jahren entstanden, verknüpfte die Dokumentaristin Helga Reidemeister Privates und Politisches. Ihr Kino wider die Tabus erzählte von Gewalterfahrung, Wurzellosigkeit und dem trügerischen Streben nach Geld, aber doch immer wieder auch von der Hoffnung und der Überlebenskraft, Energie aus den Unbilden des Alltags zu schöpfen. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb die Filmemacherin am 29. November in Berlin.

Wood and Water

  • Deutschland 2021
  • R: Jonas Bak

Nach ihrem letzten Arbeitstag im Pfarramt einer Kirche im Schwarzwald freut sich eine Frau auf einen gemeinsamen Sommerurlaub mit ihren Kindern an der Ostsee. Doch ihr in Hongkong lebender Sohn sagt kurzfristig ab. Um die Leere des Ruhestands zu durchbrechen, fasst die Rentnerin den Entschluss, zu ihm zu fliegen. Sie quartiert sich während seiner Abwesenheit in dessen Wohnung ein, lernt die Stadt und einige Bewohner kennen. Der zwischen Traum und Wirklichkeit changierende Film belässt den Figuren ihre Geheimnisse und imaginiert mit kontemplativen Bildern einen Zustand zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Nachruf auf Tamara Trampe

Ohne die Dramaturgin und Regisseurin Tamara Trampe wäre der deutsche Dokumentarfilm der letzten Jahrzehnte nicht möglich gewesen. Als viel gefragte und hoch geschätzte Beraterin stand sie vor allem jungen Dokumentarfilmschaffenden zur Seite. Zugleich drehte sie filmische Essays, die stets aus persönlicher Betroffenheit und Anteilnahme resultierten. Am 4. November ist sie im Alter von 79 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

„Wir bleiben treu“: Späte Premiere einer DEFA-Co-Produktion

Der 1986 in Angriff genommene Film „Wir bleiben treu“ sollte als Co-Produktion von sechs Staaten des Warschauer Pakts ein episches Panorama der Entwicklungen in den Ostblock-Staaten von der Zeit des antifaschistischen Widerstands bis in die jüngere Geschichte aufspannen; im Zuge der Wende kam das Mammutwerk aber nicht mehr in die DDR-Kinos. Jetzt feiert es am 4. November seine späte Premiere beim Filmfestival Cottbus. Über die konfliktreiche Entstehung eines Films zwischen Stalinismus und Perestroika.

Uta

  • Deutschland 2019
  • R: Mario Schneider

Dokumentarisches Porträt der Leipziger Malerin, Schriftstellerin und Straßenmusikerin Uta Pilling (1948-2020), das sich Zeit nimmt, um in ihrem Gesicht, Gesten und Worten nach Spuren eines ebenso reichen wie zerklüfteten Lebens zu suchen. Ohne einer konventionellen Dramaturgie zu folgen, verbindet der Film Erinnerungen und gegenwärtige Beobachtungen zu einem Essay über das Geheimnis, glücklich zu sein. Als eine Art Liebeserklärung an eine jahrzehntelange Protagonistin der Leipziger Underground-Kultur entfaltet der Film Biografien jenseits der Konvention.

Eine Farbe der Hoffnung - Wolfgang Kohlhaase

Wolfgang Kohlhaase ist einer der wichtigsten deutschen Drehbuchautoren. Während seines lang­jährigen Schaffens in der DDR arbeitete er u.a. für Regisseure wie Gerhard Klein, Konrad Wolf und Frank Beyer, später führte er selbst Regie und begann vor zehn Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit Andreas Dresen, für den er aktuell auch das Drehbuch zu »Als wir träumten« verfasste.


Walter Kaufmann - Welch ein Leben!

  • Deutschland 2021
  • R: Karin Kaper

Doku über den Schriftsteller Walter Kaufmann (1924–2021), Sohn einer polnischen Jüdin, den ein abenteuerliches Leben mehrfach um die Welt führte. Die Spurensuche nach den Wurzeln und Etappen seiner Biografie verbindet eine empathische Nähe zum Porträtierten mit einem Panoramablick auf das politische 20. Jahrhundert. Kurzweilig und emotional beschreibt der Film einen vom Schicksal getriebenen Mann, der sich dem Verhängnis aber nie auslieferte, sondern es stets zu gestalten versuchte. Eine anregende Zeitreise mit leichten didaktischen Anflügen.

Filmfestival in Gdynia: Die Angst und die Macht

Das 46. Nationale Filmfestival in Gdynia (20.9.-25.9.2021) offenbarte Trends und Tendenzen der polnischen Filmkunst. Das aktuelle Kino im östlichen Nachbarland macht zumeist einen großen Bogen um politische und moralische Fragen der Gegenwart. Umso bemerkenswerter, dass die Jury ein Zeichen setzte und das LGBT-Drama „Fears“ mit dem „Goldenen Löwen“ auszeichnete. Der Justizkrimi „Leave No Traces“, der für Polen am „Oscar“-Rennen teilnimmt, gewann den „Silbernen Löwen“.