Marius Nobach

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Die Stunde der Verräter

Judas war gestern. Prominente Whistleblower haben die Verachtung für Verräter in Frage gestellt. Das Kino erzählt mittlerweile Geschichten über die Möglichkeit eines „guten“ Verrats durch integre Vorbildfiguren, was neben Filmbiografien über Edward Snowden & Co. auch unerwartete Umdeutungen hervorbringt. Aktuell beweist Marco Bellocchio mit „Il Traditore“, dass ein Verräter selbst im Mafiafilm zum Helden werden kann.

Von Marius Nobach

Die willensstarke Lady

Sie erlebte Abenteuer mit Errol Flynn, behauptete sich als stille Kraft im größten Kassenerfolg der Kinogeschichte, zwang mit 27 Jahren Hollywood-Studioboss Jack Warner in die Knie und gewann nach einer auferlegten Filmpause zwei „Oscars“: Mit Olivia de Havilland ist am 26. Juli 2020 im stolzen Alter von 104 Jahren die letzte große Diva aus Hollywoods „goldener Ära“ verstorben. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Zum Tode von Tilo Prückner

Der Schauspieler Tilo Prückner (26.10.1940-2.7.2020) war einer der umtriebigsten deutschen Darsteller, der in den 1970er-Jahren mit Rollen als schmächtiger Außenseiter und Sonderling von Filmemachern des Jungen deutschen Films umworben wurde. Später glänzte er auch in zahlreichen Serienrollen und war bis ins Seniorenalter mit kleinen denkwürdigen Auftritten in Kino und Fernsehen präsent. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Instinkt fürs Verrückte: Carl Reiner

Als Autor, Schauspieler und Regisseur war Carl Reiner eine der kreativsten Kräfte der US-Komik-Branche: Im Fernsehen leistete er Pionierarbeit in der Entwicklung von Sketch-Sendungen und Sitcoms, in Filmen, Büchern und Theaterstücken reflektierte er über das eigene Metier. Im Kino spielte er überwiegend kleine Rollen, bewies sich aber als vielseitiger Regisseur, der Gegenwartssatire ebenso meisterte wie die clevere Film-noir-Parodie „Tote tragen keine Karos“. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Zum Tod von Joel Schumacher

Der Hollywood-Regisseur Joel Schumacher (29.8.1939-22.6.2020) bewegte sich innerhalb des Studiosystems in etlichen Genres, inszenierte „Batman“-Blockbuster und starbesetzte Thriller, zeigte bei kleineren Projekten aber auch immer wieder höhere Ambitionen.

Von Marius Nobach

Weniger ist mehr: Ian Holm

Der britische Schauspieler Ian Holm war ein Meister darin, auch Nebenrollen im Film zu begnadeten Darbietungen zu nutzen. Selbst bei kleinen Auftritten strich er souverän die Komplexität seiner Figuren heraus, wobei er die Reduktion dem exaltierten Ausbruch vorzog. In der Zusammenarbeit mit Autorenfilmern wie Atom Egoyan, David Cronenberg und Terry Gilliam interpretierte er gelegentlich auch eindrucksvolle Hauptrollen. Ruhm erwarb er sich mit „Alien“ und als Bilbo Beutlin in den „Herr der Ringe“-Filmen.

Ein Nachruf von Marius Nobach

Trost in schweren Zeiten

Wegen der Corona-Beschränkungen musste die 70. Verleihung der Deutschen Filmpreise 2020 unter einmaligen Bedingungen stattfinden: Ohne Glamour und Gäste, mit zugeschalteten Preisträgern. Trotzdem gehörte diese „Lola“-Gala zu den besten ihrer Art, die vor allem dank Moderator Edin Hasanovic fast durchweg den richtigen Tonfall fand und der Kinobranche einen dringend benötigten Lebensimpuls verschaffte.

Von Marius Nobach