Silvia Bahl

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Innere Bilder: Das Animadok-Genre

Seit dem Erfolg von „Waltz with Bashir“ (2008) greifen Dokumentarfilmer vermehrt auf Animationstechniken zurück, wenn sie historische oder politisch brisante Inhalte darstellen wollen. Oft soll diese Form der Abstraktion wie aktuell in „La Casa Lobo“ Geschehnisse verdeutlichen, die sonst nicht darstellbar wären. In vielen Filmen ersetzen Animationen schlicht auch nichtvorhandenes dokumentarisches Ausgangsmaterial. Das „Animadok“-Verfahren ist für die dokumentarische Form eine große Chance, birgt aber auch Gefahren.

Von Silvia Bahl

Die Woche der Kritik: Eine Rückschau

Dissens als Chance: Die parallel zur „Berlinale“ veranstaltete Woche der Kritik befasste sich in diesem Jahr mit dem Sinn und den Methoden einer „Kultur der Kritik“. Zum Auftakt ging es in einer Konferenz um Christoph Schlingensief; bei den folgenden Abenden aus Filmvorführungen und Diskussionen war unter anderem der Regisseur Albert Serra zu Gast.

Von Silvia Bahl

„Holocaust“ & „Schindlers Liste

Anlässlich des „Holocaust“-Gedenktages am 27. Januar kommt das NS-Drama „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg in einer restaurierten Fassung wieder ins Kino. Der Film wurde seinerzeit ähnlich heftig kritisiert wie 1979 die „Holocaust“-Serie von Marvin Chomsky, die jetzt ebenfalls wieder im Fernsehen zu sehen ist. Eine Wiederbegegnung mit zwei Meilensteinen der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen.

Von Silvia Bahl

Cannes 2018/#13 - Abgesänge

Am letzten Tag drehte das Festival noch einmal richtig auf, mit dem neuen Film von Nuri Bilge Ceylan. Doch „The Wild Pear Tree“ widmet sich drei Stunden lang mehr der Sprache als den Bildern. Der französische Filmemacher Yann Gonzalez wirft einen melancholischen Blick auf die Porno-Industrie der 1970er-Jahre vor Ausbruch der Aids-Krise. Und Sergey Dvortsevoy strapaziert in „Ayka“ mit einem Film, der Putin gelegen kommen dürfte.

Cannes 2008/#10: Leerräume

Endspurt beim Internationalen Filmfestival. Zu den letzten Konkurrenten um die "Goldene Palme" gehören das allegorische Drama "Dogman" von Matteo Garrone, Nadine Labakis " „Capharnaum“ über Kinder im Libanon und das Mystery-Drama "Burning" des Südkoreaners Lee Chang-dong. Außerdem feierte mit Ulrich Köhlers "In My Room" ein deutscher Beitrag in der Nebensektion Premiere.

Landschaften des Krieges

Mit „Vor dem Frühling“ (Kinostart: 29. März) setzt der georgische Filmemacher George Ovashvili zu einem Nachdenken über das Machtvakuum an, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu einem Bürgerkrieg, ethnischer Gewalt und dem Tod des ersten demokratisch gewählten Präsidenten führte. In all seinen Filmen zeigt sich in den Naturinszenierungen die Ambivalenz der postsozialistischen Gesellschaft zwischen kultureller Restauration und dem Wiedererstarken eines nationalistischen Mythos.

Ein Porträt von Silvia Bahl