Silvia Bahl

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Cannes 2019: Doch noch ein Skandal

Am Ende gab es in Cannes doch noch einen Skandal, weil Abdellatif Kechiche in „Mektoub, My Love: Intermezzo“ seine „kubistische“ Vermessung des weiblichen Körpers mit ostentativer Dauer auf dreieinhalb Stunden ausdehnte. Sandra Hüller glänzt in „Sibyl“ als betrogene Filmemacherin, und Eric Toledano & Oliver Nakache erkunden in „Hors Normes“ die Kommunikation autistischer Menschen.

Von Silvia Bahl

Die Tonalität des (Post-)Sowjetischen: Kurzfilme von Alexander Sokurow

Bei den 65. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen (1.-6.5.2019) war dem russischen Filmemacher Alexander Sokurow eine Werkschau gewidmet. Die dort präsentierten Kurzfilme, großteils in den 1980er und 1990er Jahren entstanden, erwiesen sie sich als historisch aufschlussreiche Dokumente einer ambivalenten Haltung zur Sowjet-Ära wie auch zur postsowjetischen Zeit.

Innere Bilder: Das Animadok-Genre

Seit dem Erfolg von „Waltz with Bashir“ (2008) greifen Dokumentarfilmer vermehrt auf Animationstechniken zurück, wenn sie historische oder politisch brisante Inhalte darstellen wollen. Oft soll diese Form der Abstraktion wie aktuell in „La Casa Lobo“ Geschehnisse verdeutlichen, die sonst nicht darstellbar wären. In vielen Filmen ersetzen Animationen schlicht auch nichtvorhandenes dokumentarisches Ausgangsmaterial. Das „Animadok“-Verfahren ist für die dokumentarische Form eine große Chance, birgt aber auch Gefahren.

Von Silvia Bahl

Die Woche der Kritik: Eine Rückschau

Dissens als Chance: Die parallel zur „Berlinale“ veranstaltete Woche der Kritik befasste sich in diesem Jahr mit dem Sinn und den Methoden einer „Kultur der Kritik“. Zum Auftakt ging es in einer Konferenz um Christoph Schlingensief; bei den folgenden Abenden aus Filmvorführungen und Diskussionen war unter anderem der Regisseur Albert Serra zu Gast.

Von Silvia Bahl

„Holocaust“ & „Schindlers Liste

Anlässlich des „Holocaust“-Gedenktages am 27. Januar kommt das NS-Drama „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg in einer restaurierten Fassung wieder ins Kino. Der Film wurde seinerzeit ähnlich heftig kritisiert wie 1979 die „Holocaust“-Serie von Marvin Chomsky, die jetzt ebenfalls wieder im Fernsehen zu sehen ist. Eine Wiederbegegnung mit zwei Meilensteinen der Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen.

Von Silvia Bahl

Cannes 2018/#13 - Abgesänge

Am letzten Tag drehte das Festival noch einmal richtig auf, mit dem neuen Film von Nuri Bilge Ceylan. Doch „The Wild Pear Tree“ widmet sich drei Stunden lang mehr der Sprache als den Bildern. Der französische Filmemacher Yann Gonzalez wirft einen melancholischen Blick auf die Porno-Industrie der 1970er-Jahre vor Ausbruch der Aids-Krise. Und Sergey Dvortsevoy strapaziert in „Ayka“ mit einem Film, der Putin gelegen kommen dürfte.

Cannes 2008/#10: Leerräume

Endspurt beim Internationalen Filmfestival. Zu den letzten Konkurrenten um die "Goldene Palme" gehören das allegorische Drama "Dogman" von Matteo Garrone, Nadine Labakis " „Capharnaum“ über Kinder im Libanon und das Mystery-Drama "Burning" des Südkoreaners Lee Chang-dong. Außerdem feierte mit Ulrich Köhlers "In My Room" ein deutscher Beitrag in der Nebensektion Premiere.