Faust - Eine deutsche Volkssage

Drama | Deutschland 1925/26 | 115 Video: 105 rest. Fsg.: 106 (20 Bilder/sek.) Minuten

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau

Um seine von der Pest bedrohten Mitbürger zu retten, verschreibt sich Faust dem Mephisto, der ihm Jugend, Reichtum und Macht schenkt. Der Liebe wegen verwünscht Faust seine ewige Jugend und wird im Tode befreit und entsühnt. Murnaus Faust-Version, eine Mischung aus der alten Volkssage und Goethes und Marlowes Variationen, läßt den metaphysischen Kampf zwischen Gut und Böse an der Zeitenwende vom Mittelalter und Irreligiosität erscheinen und deutet Faust als den ersten modernen Menschen mit freier Willensentscheidung und einem Bekenntnis zur Allmacht der Liebe. In seiner letzten Arbeit für die UFA, bevor er nach Hollywood ging, gestaltete Murnau (1888-1931) den klassischen Stoff als Licht- und Schattenspiel, das die Perfektion des deutschen Stummfilmkinos noch einmal suggestiv auskostete: Ein Film voll spielerischer Freude am Phantastischen. Die Wiederherstellung der deutschen Zwischentitel (2003) kann als gelungene Restaurationsleistung angesehen werden. Die neu komponierte sinfonische Musik (1999) will nicht Bildwelten verzieren und verdoppeln, sondern Zwischenräume ausformulieren und inhaltliche Gegensatzpaare unterstreichen. (Früheste "Faust"-Verfilmungen: Louis Lumiere, 1896; Georges Méliès, 1897) - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1925/26
Regie
Friedrich Wilhelm Murnau
Buch
Hans Kyser
Kamera
Carl Hoffmann
Musik
Werner R. Heymann · Timothy Brock · Bernd Schultheis · Stan Ambrose · Javier Pérez de Azpeitia
Darsteller
Gösta Ekman (Faust) · Emil Jannings (Mephisto) · Camilla Horn (Gretchen) · Frida Richard (Gretchens Mutter) · Wilhelm Dieterle (Valentin, Gretchens Bruder)
Länge
115 Video: 105 rest. Fsg.: 106 (20 Bilder
sek.) Minuten
Kinostart
-
Pädagogische Empfehlung
- Sehenswert ab 14.
Genre
Drama | Fantasy | Horror | Literaturverfilmung

Heimkino

In Großbritannien ist bei Eureka eine Edition erschienen, deren Extras u.a. einen Audiokommentar des australischen Filmhistoriker Peter Spooner umfassen. Kompiliert ist der Film mit der Musik von Timothy Brock, der das Olympia Chamber Orchestra dirigiert (Lauflänge hier: 115 Min.).

Verleih DVD
Süddeutsche Zeitung & Transit & Eureka (FF, DD2.0)
Verleih Blu-ray
Eureka (FF, PCM2.0)
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