Panzerkreuzer Potemkin

Drama | UdSSR 1925 | 75 64 (DVD Icestorm) 70 (DVD, Universum, SZ & Edition Filmmuseum) 60 (DVD, zyx) Minuten

Regie: Sergej M. Eisenstein

Eisensteins berühmter Film, hergestellt zum 20. Jahrestag der Meuterei auf dem zaristischen Kriegsschiff vor dem Hafen von Odessa am 14.6.1905 und nach den klassischen Prinzipien der Tragödie in fünf Akte gegliedert: "Menschen und Maden", "Tragödie auf dem Schiff", "Ein Toter ruft auf", "Die Treppe von Odessa", "Begegnung mit dem Geschwader". Eine bis dahin unbekannte Rhythmik und Dynamik des Schnitts macht den Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk, das die Herrschenden und Beherrschten polemisch kontrastiert und den Zuschauer über den Weg der Emotionen zu politischen Erkenntnissen führen will. Nicht nur filmhistorisch, sondern auch als Lehrstück für filmische Agitation interessant. (Als Sondervorführung der "Berlinale" wurde am 12.2.2005 eine neu rekonstruierte Version ("Berliner Fassung", Träger des Restaurierungsprojekts: Filmmuseum Berlin, Künstlerischer Leiter: Enno Patalas) erstaufgeführt. Mithilfe von teils in Moskau und Berlin, teils in London archivierten Negativen rekonstruierte das Projekt die Eisensteinsche Originalfassung mit Neueinspielung der Musik von Edmund Meisel. Die musikalische Bearbeitung der originalen und kongenialen Komposition von Edmund Meisel übernahm Helmut Imig für die rekonstruierte Fassung.) - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
BRONENOSEC POTJOMKIN
Produktionsland
UdSSR
Produktionsjahr
1925
Regie
Sergej M. Eisenstein
Buch
Nina Agadshanowa-Schutko
Kamera
Edouard Tissé
Musik
Nikolai Krjukow · Edmund Meisel
Schnitt
Sergej M. Eisenstein
Darsteller
Alexander Antonow (Matrose Wakulintschuk) · Wladimir Barskij (Kommandant Golikow) · Grigori Alexandrow (Leutnant Giljarowski) · Alexander Ljowschin (Offizier) · Michail Gornorow (Matrose Matjuschenko)
Länge
75 64 (DVD Icestorm) 70 (DVD, Universum, SZ & Edition Filmmuseum) 60 (DVD, zyx) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12 (DVD)
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Der Film, der sowohl in seinem Heimatland als auch im Vorkriegsdeutschland stark gekürzt und seither mit diversen Fremdmusiken versehen war, erhielt dank der akribischen Arbeit von Filmhistoriker Enno Patalas und Dirigent Helmut Imig annähernd sein ursprüngliches Gesicht zurück. Besser gesagt: das Gesicht der ursprünglichen deutschen Exportfassung, bevor sie durch die Zensur um wesentliche Teile verstümmelt wurde. Die Version, die auf der „Berlinale“ im Jahr 2005 restauriert Premiere feierte, enthält nun nicht nur jene Passagen, die aus politischer Sicht nicht opportun waren (Gewalt gegen militärische Würdenträger) und vermeintlich dem Publikum hätten schaden können (explizite Gewaltdarstellung anlässlich der Demonstration auf der Hafentreppe); sie enthält vor allem die Musik von Edmund Meisel, die ein Jahr nach der regulären Fertigstellung 1925 eigens für den deutschen Markt erstellt wurde. Sie ersetzt damit diverse moderne (Pet Shop Boys) und traditionelle (Schostakowitsch) Musikbearbeitungen und nähert sich an eine seinerzeit von Eisenstein autorisierte Fassung an. Die DVD der „Transit Classics – Deluxe Edition“ besticht nicht nur durch die komplettierte Filmversion, sondern auch durch ihr bibliophiles Äußeres sowie, im Bonusteil, durch eine 42-minütige deutsche Dokumentation von Artem Demenok. Sowohl durch diesen Film, in der Patalas und Imig ausführlich zu Wort kommen, als auch durch die erhellenden lexikalischen Texte des 30-seitigen Booklets avanciert diese „Deluxe Edition“ eindrucksvoll zur Referenzausgabe. Das bedeutet aber nicht, dass die bereits im Jahr 2004 erschienene Version (Anbieter: Icestorm) nun hinfällig ist. Zwar beinhaltet sie eine gekürzte Rumpffassung (64 Min. gegenüber der 69-minütigen restaurierten Fassung – wobei die Abtastgeschwindigkeit beider Versionen wahrscheinlich differiert) mit einer DEFA-Tonspur, die eine 1949 eingespielte Komposition von Nicolai Krjunkow beinhaltet. Auch diese Version ist historisch interessant, veranschaulicht sie doch nachvollziehbar die „Leidensgeschichte“ des Films. Auch die Betrachtung von Peter Rabenalt („Die musikalische Salve eines Panzerkreuzers“, 16 Min.) im Bonusmaterial, die sich mit den unterschiedlichen musikalischen Versionen beschäftigt, ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert. Die Deluxe Edition (Universum) ist mit dem Silberling 2007 ausgezeichnet. Mustergültig ist auch die bei Edition Filmmuseum erschienen Doppel-DVD, deren Inhalt mit der Special Edition vergleichbar ist. Sie enthält die deutsche Kinofassung von 1926 mit der Meisel-Musikbegleitung vom Deutschen Filmorchester Babelsberg dirigiert von Helmut Imig. Zudem enthält sie als Rarität die deutsche Tonfassung von "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahr 1930 (49 Min.) mit der Musik von Alois Johannes Lippl. Des Weiteren ist als "Bonus" enthalten: der Kurzfilm "Vintik-Shpintik" ("Die kleine Schraube", UdSSR 1927, R: Vladislav Tvardovskij, 10 Min.), der Film "Oktjabr" ("Zehn Tage, die die Welt erschütterten", UdSSR 1928, R: Sergej Eisenstein, 116 Min.) mit der Musikbegleitung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin dirigiert von Frank Strobel sowie das Fragment "Zehn Tage, die die Welt erschütterten" (35 Min.) mit einer Klaviermusik eingespielt von Mark Pogolski. Abgerundet wird die historisch wertvolle Edition mit einem 24-seitigen Booklet. Die Doppel-DVD (Edition Filmmuseum) ist mit dem Silberling 2015 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Icestrorm & SZ & zxy (FF, Mono) Universum (FF, DD5.1) Edition Filmmuseum (FF, DD2.0)
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