Die Tigerin

Krimi | Deutschland 1991/92 | 88 Minuten

Regie: Karin Howard

Im Berlin der frühen 20er Jahre verfällt eine allseits begehrte attraktive Prostituierte einem Herumtreiber, mit dem sie vor der Eifersucht eines Gangsters ins mondäne Karlsbad flüchtet, um dort reiche Männer auszunehmen. Mißlungene Romanverfilmung, die weder dem Gehalt der dadaistischen Krimi-Vorlage Walter Serners gerecht wird noch als "erotisches" Unterhaltungskino überzeugt. Eine im Vergleich zum Gehalt übertrieben aufwendige Bebilderung altbekannter Klischees über die "wilden Zwanziger", dramaturgisch zerfahren und unausgegoren.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1991/92
Regie
Karin Howard
Buch
Karin Howard
Kamera
Lothar Elias Stickelbrucks
Musik
Loek Dikker
Schnitt
Norbert Herzner
Darsteller
Valentina Vargas (Pauline) · James Remar (Andrei) · Hannes Jaenicke (Harry) · George Peppard (Sid Slaughter) · Ferdy Mayne (Österreichischer Graf)
Länge
88 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Genre
Krimi | Literaturverfilmung
Diskussion
Wie hätte wohl Walter Semer selbst auf diese Verfilmung seiner "absonderlichen Liebesgeschichte" (geschrieben 1921, veröffentlicht 1925) reagiert? Vielleicht wäre er voller Wut aus der Haut gefahren angesichts einer Adaption, die Sprache, Atmosphäre und Sinngehalt der Vorlage auf geradezu unverfrorene Weise diskreditiert; vielleicht hätte sich der literarische Dadaist aber auch "unausrottbar" amüsiert und voll grimmigen Humors "Eha, éha! Das ist abacadabrantissimo!" gerufen. Denn in der Tat kann man den Film von Karin Howard (Drehbuchautorin von "Die unendliche Geschichte II") eigentlich nur mit einer gehörigen Portion Galgenhumor ertragen. Semers Novelle ist eine für dadaistische Literatur vergleichsweise populäre Geschichte um Liebe, Haß und Eifersucht, Betrug und Mord, die geschickt auf der Klaviatur einschlägiger Trivialrom

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