Al Pacino's Looking for Richard

- | USA 1996 | 112 Minuten

Regie: Al Pacino

In einem ehrgeizigen dreijährigen Projekt erarbeitete der Hollywood-Schauspieler Al Pacino William Shakespeares "Richard III.", in dem er die Titelrolle spielt. Zugleich versucht er damit, an das Drama heranzuführen, indem er es in bezug zur Aktualität setzt und die Gültigkeit ethischer Normen in Vergangenheit und Gegenwart hinterfragt. Vieles bleibt dabei lediglich Behauptung oder wird durch eine hektische Videoclip-Ästhetik gedanklich erschlagen. Erst in der zweiten Hälfte findet der Film einen eigenen Rhythmus, so daß sich einiges von der Doppelbödigkeit der Vorlage und zugleich etwas von Pacinos Könnerschaft vermittelt. (Videotitel: "Looking for Richard") - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LOOKING FOR RICHARD
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1996
Regie
Al Pacino
Buch
Al Pacino · Frederic Kimball
Kamera
Robert Leacock
Musik
Howard Shore
Schnitt
Pasquale Buba · William A. Anderson · Ned Bastille
Darsteller
Al Pacino (Richard III.) · Estelle Parsons (Queen Margaret) · Alec Baldwin (Clarence) · Kevin Spacey (Buckingham) · Winona Ryder (Lady Anne)
Länge
112 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Diskussion
Das ursächliche Motiv für dieses Unternehmen ist ohne jeden Zweifel der Minderwertigkeitskomplex eines Filmschauspielers. Al Pacino mag ein Star sein, doch ein Shakespeare-Schauspieler ist er nicht - wenn er auch zumindest für New Yorker Theatergänger längst genauso eine Größe ist wie für das internationale Filmpublikum. Hat er doch Richard III. bereits in zwei amerikanischen Theaterinszenierungen gespielt. Trotzdem: Hollywood-Stars sind durch ihre Cowboy- oder Gangster-Rollen bekannt, nicht aber durch ihren Part in einem Shakespeare-Stück - weder auf der Bühne noch auf der Leinwand. Skakespeare auf der Leinwand - das war vor allem der Brite Laurence Olivier (auch wenn im Kino noch eine Reihe anderer ganz achtbare Shakespeare-Adaptionen geliefert haben - wie beispielsweise der Russe Grigori Kosinzew mit "Lear"). Shakespeare im Theater - das sind die Briten John Gielgud oder Vanessa Redgrave und noch einige andere. Al Pacino, der Amerikaner, ist Hollywood, ist der "Pate". Nahezu devot nähert sich der Hollywood-Star den Shakespeare-Akteuren von heute, holt ihren Rat ein und begreift das Unternehmen "Looking for Richard" so für sich ganz persönlich als eine Herausforderung. The Challeng

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