William Shakespeares Romeo & Julia

Drama | USA 1996 | 120 Minuten

Regie: Baz Luhrmann

Aus Versatzstücken des aktuellen Actionkinos, der Popmusik-Kultur, einer gehörigen Dosis religiösem Kitsch und dem 400 Jahre alten Originaltext entstand eine durch die überbordende Fülle der Einfälle die Wahrnehmungsfähigkeiten des Zuschauers herausfordernde fulminante Version der Shakespeareschen Liebestragödie für die MTV-Generation. Trotz einiger Schwächen ist der Film insgesamt ein spannender Versuch, Shakespeare in einem aktuellen Kontext der Reflexion über Gewalt und moderne Medienkultur anzusiedeln. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
WILLIAM SHAKESPEARE'S ROMEO & JULIET
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1996
Regie
Baz Luhrmann
Buch
Craig Pearce · Baz Luhrmann
Kamera
Donald McAlpine
Musik
Nellee Hooper
Schnitt
Jill Bilcock
Darsteller
Leonardo DiCaprio (Romeo) · Claire Danes (Julia) · Paul Sorvino (Fulgencio Capulet) · Brian Dennehy (Ted Montague) · Pete Postlethwaite (Pater Laurence)
Länge
120 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Die Standardausgabe enthält keine erwähnenswerten Extras. Die originell konzipierte Special Edition (2 DVDs) beinhaltet als Extras u.a. eine Reihe von Minifeatures zu Teilaspekten des Films und einen dt. untertitelbaren Audiokommentar des Regisseurs, des Drehbuchautors, der Ausstatterin Catherine Martin und des Kameramanns. Eine auch in punkto Tonabmischung überdurchschnittliche DVD. Die für den Veröffentlichungszeitraum bemerkenswerte Special Edition ist mit dem Silberling 2002 ausgezeichnet. Die BD enthält den Audiokommentar als Tonspur sowie als Bild-im-Bild-Feature dem Film zuschaltbar. Die anderen bereits erwähnten Extras sind hier noch um weitere Dokumentationen erweitert: etwa um "Die Musikbearbeitung von 'Romeo & Julia'" (49 Min.). Die BD ist mit dem Silberling 2010 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Fox (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Fox (16:9, 2.35:1, dts-HDMA engl., dts dt.)
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Diskussion
Die Leinwand bleibt zunächst schwarz bis auf ein kleines Rechteck in der Mitte, das ein Fernsehgerät zeigt: die Moderatorin einer News Show kündigt - im wohlgesetzten Blankvers Shakespeares - die Liebestragödie an. Dann explodiert die Leinwand förmlich. Fetzende Schlagzeilen knallen ins Bild, die Protagonisten werden vorgestellt, stakkatoartig hämmert die überlaute Musik, delirische Kamerabewegungen, aberwitzige Schnittfolgen im Stil der Musikvideos reißen den Zuschauer in ein Inferno ungezügelter Gewalt. Zwei Gangs liegen in einem gnadenlosen Krieg: Wenn sich die Heißsporne des Montague-Clans mit ihrem lässigen Hawaii-Look und die im schwarzen Outfit der Leinwand-Desperados gekleideten Schläger aus dem Capulet-Clan begegnen, sitzen die stahlblitzenden Schnellfeuerpistolen locker. Shakespeare ist im Kino der 90er Jahre gelandet, in der Leinwandwelt von Tarantino und Rodriguez. Baz Luhrmann, der 35jährige australische Regisseur, der mit seinem Regiedebüt "Strictly Ballroom" (fd 29 869) gleich einen Welterfolg landen konnte, hat Shakespeare in eine Bildersprache für die MTV-Generation übersetzt. Die Handlung der Shakespeareschen Tragödie hat er beibehalten, aber sie in andere Situationen versetzt. Romeo und Julia lernen sich wie bei Shakespeare auf einem orgi

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