Lost Highway

Thriller | USA 1996 | 134 Minuten

Regie: David Lynch

Ein von Eifersucht zerfressener Jazzsaxophonist soll seine Frau grausam ermordet haben. Er wird verurteilt und ins Gefängnis gesteckt, wo ihn unerträgliche Kopfschmerzen plagen. Eines Morgens sitzt an seiner Stelle ein junger Mechaniker in der Zelle. Auf freien Fuß gesetzt, beginnt dieser eine Affäre mit der Geliebten eines Kunden, die der Frau des Musikers aufs Haar gleicht. Verstörende, äußerst komplexe Reise ins Unheimliche, die mit den Mitteln der Verrätselung und des Horrorfilms den Zuschauer in Bann schlägt. Ein filmisches Meisterwerk, das über viele Fragen der Gegenwart zur Auseinandersetzung zwingt. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
LOST HIGHWAY
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1996
Regie
David Lynch
Buch
David Lynch · Barry Gifford
Kamera
Peter Deming
Musik
Angelo Badalamenti
Schnitt
Mary Sweeney
Darsteller
Bill Pullman (Fred Madison) · Patricia Arquette (Renee Madison/Alice Wakefield) · Balthazar Getty (Pete Dayton) · Robert Blake (Mystery Man) · Robert Loggia (Mr. Eddie/Dick Laurent)
Länge
134 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; nf
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Thriller

Heimkino

Verleih DVD
BMG (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.) Studiocanal (digital remastered)
Verleih Blu-ray
Studiocanal
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Diskussion
Zwei Scheinwerfer bohren sich in die undurchdringliche Nacht, jagen lautlos mit irrsinniger Geschwindigkeit über den Highway, während die Vorspannzeilen wie Insekten gegen die imaginäre Windschutzscheibe klatschen und die Mittelstreifen als bleiche Geschosse am unteren Bildrand verschwinden. Minutenlang brennt sich David Lynchs monochrome Eröffnungssequenz ins Gehirn der Zuschauer, von David Bewies fatalistisch-morbidem "I'm deranged" (Ich bin dem Wahnsinn verfallen) intoniert, ätzt fiebrig Schatten auf die Netzhaut, die man 135 faszinierende, quälende Minuten lang hinter jedem Bild aufglimmen glaubt. Am Ende ist man wieder am Anfang, rast weiter in die Dunkelheit, ohne Ziel, ohne Sinn, und ist vor der zwanghaften Versuchung, sich dem psychedelischen Sturz in die Finsternis auf der Stelle ein zweites, drittes, viertes Mal auszusetzen, nur durch den Grad der physischen und psychischen Erschöpfung gefeit, der in Lynchs neuem Film ungeahnte Dimensionen erreicht.

20 Jahre nach seinem Erstlingsfilm "Eraserhead" (fd 22 752) scheint auch der Grenzgänger zwischen Avantgarde- und Populärkultur wieder zu seinen Anfängen zurückgekehrt zu sein, zu den labyrinthischen Vexierspielen zwischen Innen und Außen, Traum und Wirklichkeit, Wahnsinn und analytischer Dekonstruktion. Anders als in "Wild at Heart" (fd 28 529) od

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