Was ihr wollt (1996)

Komödie | Großbritannien/USA 1996 | 134 Minuten

Regie: Trevor Nunn

Eine weitere Filmadaption von Shakespeares letzter romantischer Komödie, inszeniert als illustres Verwirrspiel um Sein und Schein, Irrtum und Täuschung. Als Postillion d'amour soll die als Knabe verkleidete Viola Lady Olivia für Herzog Orsino werben, gewinnt jedoch selbst deren Herz und verliert ihres an ihren Herrn. Die werknahe, akribische Umsetzung findet in der Thematisierung von Geschlechteridentität und erotischen Anziehungskräften einen spannenden Ansatz. Da die ausufernden Nebenhandlungen aber nicht zurückgestutzt werden, untergräbt der Film deutlich den Gesamtduktus. - Ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
TWELFTH NIGHT
Produktionsland
Großbritannien/USA
Produktionsjahr
1996
Regie
Trevor Nunn
Buch
Trevor Nunn
Kamera
Clive Tickner
Musik
Shaun Davey
Schnitt
Peter Boyle
Darsteller
Imogen Stubbs (Viola) · Helena Bonham Carter (Olivia) · Toby Stephens (Orsino) · Ben Kingsley (Feste) · Nigel Hawthorne (Malvolio)
Länge
134 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 10.
Genre
Komödie | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
VCL (1.66:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
Shakespeare hätte - ungeachtet seines momentanen Booms - höchstwahrscheinlich einen miserablen Drehbuchautor abgegeben. Dieser Verdacht drängt sich immer dann auf, wenn ein Theatermann eines seiner Stücke auf die Leinwand bringt: Trevor Nunn beispielsweise, der für die BBC die letzte seiner romantischen Komödien, "Was ihr wollt", verfilmt hat. Der Zwiespalt zwischen dem deklamierten Wort und seiner Umsetzung in Bilder klafft hier besonders augenfällig, weil das Bühnengeschehen so akribisch wie vollständig in die Qualitäten des anderen Mediums überführt werden sollte. Das aber raubt den Bewegungsbildern ihre Kraft und den Versen das Echo in den Köpfen. Shakespeare klingt dann wie ein moderner Aphoristiker mit Überproduktion, und der Film sieht aus, als habe man keiner einzigen Einstellung getraut. Der englische Dichter, so darf man vermuten, wäre vor einem ähnlichen Dilemma gestanden.

Davor schützt auch das geistreiche Verwirrspiel um Sein und Schein, Anziehung und Ge

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