Amistad

Drama | USA 1997 | 152 Minuten

Regie: Steven Spielberg

Eine Gruppe von Schwarzen, die von Sklavenhändlern aus der britischen Kolonie Sierra Leone entführt wurden, bringt 1839 ein Sklavenschiff in ihre Gewalt, wird vor der Küste Connecticuts in Haft genommen und vor Gericht gestellt. Steven Spielberg hat das Geschehen getreu den historischen Fakten als filmische Rekreation der Prozesse und der Ereignisse auf den Sklavenschiffen inszeniert. Trotz einiger allzu effektbetonter Szenen ein bemerkenswert an der humanitären Grundidee orientierter Film von dramatischer Kraft und überzeugender Darstellung. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
AMISTAD
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1997
Regie
Steven Spielberg
Buch
David Franzoni
Kamera
Janusz Kaminski
Musik
John Williams
Schnitt
Michael Kahn
Darsteller
Morgan Freeman (Theodore Joadson) · Nigel Hawthorne (Martin Van Buren) · Anthony Hopkins (John Quincy Adams) · Djimon Hounsou (Cinque) · Matthew McConaughey (Roger Baldwin)
Länge
152 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
Universal (16:9, 1.78:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Die historisch verbürgten Ereignisse, von denen „Amistad“ berichtet, sind eine Randepisode in der bewegten Geschichte der damals noch jungen Vereinigten Staaten. Ein Plagiatsprozeß, der um ein Haar die Premiere des Films verhindert hätte, brachte zwar ans Tageslicht, daß der Aufstand auf dem spanischen Sklavenschiff „La Amistad“ bereits Gegenstand eines 1989 publizierten Romans war (Barbara Chase-Riboud: „Echo of Lions“), doch in landläufigen Geschichtsbüchern wird man ihn vergeblich suchen. Selbst in dem hervorragenden, kürzlich erschienenen Buch „The Slave Trade“ von Lord Hugh Thomas, das sicher bald zum Standardwerk über den Sklavenhandel avancieren wird, finden die Amistad-Vorgänge keine Erwähnung. Doch Thomas hat dem Film inzwischen (in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“) bescheinigt, daß dessen Handlung – abgesehen von einigen internationalen Bezügen – den historischen Tatsachen entspricht. Gerade weil man derartig penible Faktentreue von einem Kinofilm gar nicht notwendig verlangen müßte, legt Spielbergs Gewissenhaftigkeit im Umgang mit der Vergangenheit Zeugnis davon ab, mit wieviel Ernst und Verantwortungsbewußtsein er inzwischen vorgeht, wenn er sich mit einem solchen Thema befaßt. Auch stilistisch hat Spielberg die kitschige Melodramatik weit hinter sich gelassen, mit der er einst Sujets wie „Die Farbe Lila“ (fd 25 656) und „Das Reich der Sonne“ (fd 26 701) behandelt hat. Seit seinem Holocaust-Film „Schindlers Liste“ (fd 30 663) scheint man es immer mal wieder mit einem Steven Spielberg zu tun zu bekommen, der das Bedürfnis verspürt, die ewig jugendliche Fantasiewelt seiner kassenträchtigen Abenteuergeschichten hinter sich zu lassen, um sich mit gewichtigen, bis in unsere Tage fortwirkenden Ereignissen zu beschäftigen, die mehr in ihm – und

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