Marquise - Gefährliche Intrige

Historienfilm | Frankreich/Italien/Schweiz/Spanien 1996/97 | 117 Minuten

Regie: Véra Belmont

Eine ehrgeizige Frau, die vom Traum beseelt ist, auf der Bühne zu stehen, zieht mit Molières Wandertruppe durch Frankreich. In Paris lernt sie den Dichter Racine kennen, der sich in sie verliebt, sie protegiert und in den Königshof einführt. Auf dem Höhepunkt ihres Triumphs folgt sie auf der Bühne ihrem Mann, der von Racine vergiftet wurde, vorsätzlich in den Tod. In der französischen Barockklassik angesiedelter Film, dessen Stilstreit zwischen Lust- und Trauerspiel durch den berauschenden Aufwand an Kostümen und Komparsen ironisch pointiert wird. Anfangs vor allem auf licht- und bildkünstlerische Kompositionen bedacht, erreicht der Film im letzten Drittel durch die virtuose Regie eine überzeugende Emotionalität. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
MARQUISE
Produktionsland
Frankreich/Italien/Schweiz/Spanien
Produktionsjahr
1996/97
Regie
Véra Belmont
Buch
Jean-François Josselin · Véra Belmont · Marcel Beaulieu
Kamera
Jean-Marie Dreujou
Musik
Jordi Savall
Schnitt
Martine Giordano · Babak Carimi
Darsteller
Sophie Marceau (Marquise) · Bernard Giraudeau (Molière) · Lambert Wilson (Racine) · Patrick Timsit (Gros-René) · Thierry Lhermitte (Ludwig XIV.)
Länge
117 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Historienfilm

Diskussion

Theaterleben zwischen Komödie und Tragödie in der Epoche der französischen Barocklassik. Marquise, die ehrgeizige kleine Dorfhure, deren Traum immer schon die große Bühne war, zieht zunächst in Molières Wandertruppe „L’illustre théatre“ mit durch Frankreich. In Paris von Jean Racine, dem Dramendichter, entdeckt und begehrt, kann die schöne junge Frau schließlich am Hofe Ludwigs XIV. ihren Traum realisieren: Sie muß nicht mehr nur tanzen, triumphiert in der Hauptrolle der Andromache, dem (1667 von Racine geschriebenen) gleichnamigen Stück nach Euripides. Als vom Theater Besessene, die ihr Leben wie eine Rolle spielt, wird Marquise ihrem von Racine vergifteten Ehemann vorsätzlich in den Tod folgen auf der Bühne.

Der europäisch co-produzierte Film illustriert diese Karriere im Stilstreit zwischen Lust und Trauerspiel ironisch pointiert mit einem berauschenden Aufwand an Kostümen und Komparsen. Anfangs vor allem licht- und bildkünstlerisch aufs eher Augengefällige bedacht, erreicht die virtuose Regie im letzten Drittel auch die hier gebotene Emotionalität: Aus Mimen werden Menschen.

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