- | Dänemark 1998 | 114 Minuten

Regie: Lars von Trier

Eine Gruppe junger Leute lehnt sich durch idiotisches Verhalten gegen ihre Umwelt auf, wobei ihre Radikalität sich letztlich gegen sie selbst richtet. Ein nach den Regeln der skandinavischen Gruppierung "Dogma 95" inszenierter Film, der nicht nur dem Zuschauer einiges abverlangt, sondern auch die Darsteller an Grenzen führt. Provozierendes Kino, das zwar nicht das letzte Wort über den europäischen Autorenfilm spricht, aber Zeichen setzt. (Weitere "Dogma"-Filme: "Das Fest", "Mifune - Dogma III"; Videotitel: "Die Idioten")

Filmdaten

Originaltitel
IDIOTERNE
Produktionsland
Dänemark
Produktionsjahr
1998
Regie
Lars von Trier
Buch
Lars von Trier
Kamera
Lars von Trier
Schnitt
Molly Marlene Stensgård
Darsteller
Bodil Jørgensen (Karen) · Jens Albinus (Stoffer) · Anne Louise Hassing (Susanne) · Troels Lyby (Henrik) · Nikolaj Lie Kaas (Jeppe)
Länge
114 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f

Diskussion
Endlich kommen sie auch in unsere Kinos: Lars von Triers „Idioten“, die im letzten Jahr in Cannes für Irritationen sorgten und einem recht erzwungenen Stilwillen unterworfen sind, der vielleicht eine neue Ehrlich- und Sachlichkeit erzwingen soll, zunächst aber das Handwerk des Filmemachers erschwert. Die Gruppe skandinavischer Regisseure, die sich drakonisch anmutenden Produktionsbeschränkungen unterwerfen (neben von Trier zur Zeit noch Thomas Vintenberg, Søren Kragh-Jacobsen und Christian Levring), firmiert unter der Bezeichung „Dogma '95“. Bei den Dreharbeiten wird auf Zusatzlicht und Filter verzichtet, nur Requisten, die am Set vorhanden sind, sind erlaubt, Spontaneität ist oberstes Gebot. Der Regisseur zeichnet nicht mehr als Hauptverantwortlicher; der Film wird als „Dogma“-Produktion vorgestellt. Die primär technischen Beschränkungen, mit denen die immer komplexer werdende Filmproduktion paradoxerweise vereinfacht werden soll, scheint für den den Laien zunächst jedoch mit einer Reihe von Erschwernissen verbunden zu sein.

Die erste Hürde zumindest, das Drehbuchschreiben, hat Schnellschreiber Lars von Trier mit Bravour genommen. Vier Tage zwangen ihn „Die Idioten“ an den Schreibtisch, von dem es ohne Gegenlesen gleich in die Produktionsphase ging. Nun ist von Trier allerdings in der glücklichen Lage, als „Wunderkind“ des dänischen Films zu gelten, weshalb er über genügend Kredit in der Bra

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