Genealogien eines Verbrechens

- | Frankreich 1996 | 113 Minuten

Regie: Raoul Ruiz

Eine Anwältin übernimmt den Fall eines jungen Mannes, der seine Tante, eine Psychologin, ermordet hat. Für die Anwältin ist aber nicht der Täter, sondern die Tote schuldig: Sie hatte vorausgesagt, daß der Junge ein potentieller Verbrecher sei, und ihn gewissermaßen zur Tat angestiftet. Ein intellektuelles Vexierspiel um die Themen Freiheit des Willens und Vorherbestimmung, das Motive aus klassischen Melodramen und Thrillern zu einer Satire auf den bedingungslosen Glauben an die Psychoanalyse verarbeitet. Der Film leidet an einem Übermaß an Worten, mit denen die von Rückblenden und Zeitsprüngen geprägte Dramaturgie durchschaubar gemacht werden soll. (O.m.d.U.) - Ab 16 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
GENEALOGIES D'UN CRIME
Produktionsland
Frankreich
Produktionsjahr
1996
Regie
Raoul Ruiz
Buch
Pascal Bonitzer · Raúl Ruiz
Kamera
Stefan Ivanov
Musik
Jorge Arriagada
Schnitt
Valéria Sarmiento
Darsteller
Catherine Deneuve (Jeanne/Solange) · Michel Piccoli (Georges) · Melvil Poupaud (René) · Andrzej Seweryn (Christian) · Bernadette Lafont (Esther)
Länge
113 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16 möglich.
Diskussion
Raúl Ruiz, 1941 in Chile geboren und seit 1974 im französischen Exil lebend, liebt intellektuelle Vexierspiele. Dabei sind es stets mehrere Quellen, aus denen er seine Inspiration schöpft: die moderne lateinamerikanische Epik mit ihrer Lust an Mythen und Legenden; die europäische psychoanalytische Schule – und schließlich das Kino selbst. Auch in „Genealogien eines Verbrechens“ wird die Filmgeschichte heftig zitiert und paraphrasiert: Schatten und Spiegelkabinette erinnern an expressionistische deutsche Stummfilme; diverse Verstrickungen, in denen sich die unnahbare Catherine Deneuve windet, lassen sich als Hommage an die schwarzen Krimis der „Nouvelle Vague“, vor allem an das Frühwerk von François Truffaut deuten. Unverkennbar aber ist die geistige Präsenz von Alfred Hitchcock, in dessen Werk die Protagonisten regelmäßig von Persönlichkeitsspaltungen, Déjà-vus und psychoanalytischen Deutungen heimgesucht wurden. Man nehme nur „Vertigo“ (fd 7 835) – die mysteriöse Legende von der Verwandlung einer Frau in eine andere,

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