Schwarze Katze, weißer Kater

Komödie | Deutschland/Frankreich/Jugoslawien 1997 | 129 Minuten

Regie: Emir Kusturica

Der Sohn eines Schwarzhändlers an den Ufern der Donau soll die kleinwüchsige Schwester eines Gangsters heiraten, obwohl er eine andere liebt. Groteske Zigeunerballade voller Witz, Ironie und märchenhaften Zügen, deren pulsierender Einfallsreichtum jede Klassifizierung sprengt. Die orgiastische Verschmelzung von Musik und erzählerischer Form dient der Beschwörung einer vitalen Lebenslust, durch die gleichzeitig ein distanzierter Kommentar auf den Größenwahn von Emir Kusturicas Generation durchschimmert. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
CRNA MACKA, BELI MACOR | CHAT NOIR, CHAT BLANC
Produktionsland
Deutschland/Frankreich/Jugoslawien
Produktionsjahr
1997
Regie
Emir Kusturica
Buch
Gordan Mihic
Kamera
Thierry Arbogast · Michel Amathieu
Musik
Nelle Karajilic · Vogislav Aralica · Dejan Sparavalo
Schnitt
Svetolik Mica Zajc · Mirjana Kicovic
Darsteller
Bajram Severdzan (Matko Destanov) · Srdan Todorovic (Dadan) · Branka Katic (Ida) · Forijan Ajdini (Zare Destanov) · Ljubica Adzovic (Sujka, die Großmutter)
Länge
129 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Komödie

Heimkino

Verleih DVD
Kinowelt (16:9, 1.78:1, DD5.1 serbokroatisch/dt.)
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Diskussion
Nach den heftigen Kontroversen um „Underground“ (fd 31 644) war Emir Kusturica so in seinem Stolz verletzt, daß er beteuerte, nie wieder einen Film machen zu wollen. Was immer seinen Groll inzwischen auch besänftigt haben mag, sollte nicht den Blick darauf verstellen, daß der jugoslawische Filmemacher von jeher das Paradox und die Emphase liebte. Seine bisherigen Filme leben vom rauschhaften Rhythmus, der scheinbar unüberbrückbare Gegensätze in einen rhapsodischen Strudel zieht und unter den Klängen einer delirierenden Musik zu mythischen Gestaden trägt, wo Tote und Lebende, Opfer und Täter, Feinde und Freunde im wilden Tanz zusammenfinden. Es ist daher kaum verwunderlich, daß er sich bei seinem „Neuanfang“ nach „Time of the Gypsies“ (fd 29 069) erneut dorthin zurückwendet, wo eine seiner Inspirationsquellen zu suchen ist: zur Kultur der Zigeuner, deren außergewöhnliche Vitalität, ihren Hang zum Kitsch und die Kunst, sich über alles lustig zu machen und nichts ernst zu nehmen er als Seelenverwandtschaft empfindet. „Schwarze Katze, weißer Kater“ sei der Film eines Anfängers, kokettiert

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