Fette Welt

Drama | Deutschland 1998 | 89 Minuten

Regie: Jan Schütte

Ein etwa 30-jähriger Obdachloser, der sich mit einer fatalistischen Lebenshaltung einen funktionalen Schutzwall aufgebaut hat, stellt durch die Liebe zu einer jungen Ausreißerin sein Lebenskonzept in Frage. Zwischen Milieugenauigkeit und emotionaler Überhöhung findet die Romanverfilmung eine beeindruckende Balance, die einer übermäßigen Romantisierung ebenso trotzt wie plattem Realismus. Dabei überzeugt sie vor allem als das auch darstellerisch überzeugende Bild einer gesellschaftlichen Stimmungslage. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1998
Regie
Jan Schütte
Buch
Klaus Richter · Jan Schütte
Kamera
Thomas Plenert
Musik
Laurent Petitgand
Schnitt
Renate Merck
Darsteller
Jürgen Vogel (Hagen Trinker) · Julia Filimonow (Judith) · Stefan Dietrich (Tom) · Sibylle Canonica (Liane) · Lars Rudolph (Edgar)
Länge
89 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama
Diskussion
„Liebe gibt’s nur im Kino“, sagt Hagen Trinker, der von Jochen Vogel gespielte Obdachlose einmal, und natürlich ist das ein Satz, mit dem man es im Kino nie leicht hat. Ebenso gut könnte man für einen Augenblick in die Kamera blinzeln. Wenn man es doch tut, muß man sich schon sehr sicher bewegen in der aufgebauten Illusion: Wollte Jan Schütte in seiner Verfilmung des im Berber-Milieu angesiedelten Romans von Helmut Krausser tatsächlich Figuren erschaffen, die ganz und gar einer anderen als der Kinorealität entstammen? Einer Welt, in der man tatsächlich nicht auf dramatische Wendepunkte zum Guten hoffen könnte, geschweige denn auf Liebe? Vielleicht käme Ken Loach in einem seiner Sozialdramen mit diesem Satz durch: „Mein Name ist Joe, Liebe gibt’s im Kino“. Wenn Hagen Trinker dies sagt, ist der Film bereits weit fortgeschritten. Seine eigene Liebesgeschichte, zu der ihm eine 15jährige Ausreißerin unbedingt verhelfen möchte, rückt er noch immer weit von sich. Dafür muß er einmal mehr das Scheitern einer Hoffnung miterleben, als seinem hypersensiblen Freund Edgar die Geliebte davon gelaufen ist. Es ist eine wunde

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren