Drama | Deutschland/Schweiz 1997 | 109 Minuten

Regie: Dani Levy

Ein mit großem Anspruch entworfener Film, der den Spuren von Faschismus und Shoah im Leben der Enkel-Generation nachgeht: Ein junger New Yorker Jude verliebt sich in eine Deutsche, wobei das Paar nach und nach entdeckt, daß der Großvater der Frau kein Jude, sondern ein unter falschem Namen lebender KZ-Mörder ist. Der Stoff wurde zum Politthriller verdichtet, zugleich aber vieler realistischer und logischer Elemente beraubt. So reihen sich Unwahrscheinlichkeiten aneinander, viele Figuren nehmen klischeehafte Züge an. Trotz des großen technischen Aufwandes wirkt das Ergebnis politisch naiv und entsprechend zwiespältig. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr
1997
Regie
Dani Levy
Buch
Maria Schrader · Dani Levy
Kamera
Carl-Friedrich Koschnick
Musik
Niki Reiser
Schnitt
Sabine Hoffmann · Dani Levy · Ueli Christen
Darsteller
Maria Schrader (Lena Katz) · Dani Levy (David Fish) · David Strathairn (Charles Kaminski) · Nicole Heesters (Lenas Mutter) · Jeffrey Wright (Win)
Länge
109 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama | Thriller

Diskussion
Thematisch gehört „Meschugge“ zu der ehrgeizigsten deutschen Kinoprojekten der letzten Jahre. Dani Levy knüpft an jene legendären amerikanischen Politthriller an, in denen Zeitgeschichte und private Schicksale zu spektakulären Fabeln von Schuld und Sühne, Verstrickung und Erlösung verknotet wurden: John Schlesingers „Marathon Mann“ (fd 20 114) oder Costa-Gavras’ „Music Box“ (fd 28 222). Wie in diesen Filmen geht es darum, daß junge Menschen von den Biografien ihrer Eltern und Großeltern eingeholt und wie von einem Sog in sie involviert werden. Die Schatten von Faschismus und Shoah legen sich plötzlich auf die Gegenwart: Verdrängtes und Verschwiegenes bricht nach außen, die Fratze der Lüge wird sichtbar, und die Nachgeborenen sowohl der Täter als auch der Opfer stürzen in existentielle Krisen. Solche Stoffe lassen sich als Kammerspiel realisieren; Levy aber entschied sich für wuchtiges, emotional packendes Kino. Wenn in einer der ersten Bilder eine Pfeilspitze auf eine Dartscheibe saust, von der

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