Alice & Martin

Liebesfilm | Frankreich/Spanien 1998 | 124 Minuten

Regie: André Téchiné

Die Liebesgeschichte eines jungen Mannes, der glaubt, seinen Vater getötet zu haben, und einer Frau, die dieses Geheimnis nach und nach ergründet und ihn aus seinen tiefen Depressionen erlöst. Der Film kreist um moralische Kategorien wie Schuld und Sühne, Vertrauen und Verantwortung, wobei er trotz des intensiven Spiels der Hauptdarsteller wie eine kühle Versuchsanordnung wirkt. Szenische und optische Metaphern hinterlassen das Gefühl von Abgehobenheit und Schwulst.

Filmdaten

Originaltitel
ALICE ET MARTIN | ALICE Y MARTIN
Produktionsland
Frankreich/Spanien
Produktionsjahr
1998
Regie
André Téchiné
Buch
André Téchiné · Gilles Taurand · Olivier Assayas
Kamera
Caroline Champetier
Musik
Philippe Sarde
Schnitt
Martine Giordano
Darsteller
Juliette Binoche (Alice) · Alexis Loret (Martin) · Carmen Maura (Jeanine) · Mathieu Amalric (Benjamin) · Jean-Pierre Lorit (Frédéric)
Länge
124 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Genre
Liebesfilm

Diskussion
André Téchiné ist Moralist. Man findet keine innere Ruhe, will er mit seinem neuen Film sagen, wenn man seine Vergangenheit nicht verarbeitet, seine Schuld nicht bekennt. Aber weil das Individuum schwach ist und die eigene Kraft oft nicht ausreicht, um den Weg der Buße und Läuterung zu gehen, braucht es Partner, die bereit sind zu helfen. Freunde, die jeder Versuchung trotzen, auf dem Weg zum Licht schwach zu werden, und die sich selbst lieber aufgeben würden als den anderen fallen zu lassen. Die treibenden Motoren für diese Hilfe aber heißen: Liebe und Vertrauen. Verdeutlicht wird das am Fall des jungen Martin, der als Zehnjähriger von seiner Mutter, einer Friseuse, zum Vater, einem Fabrikanten, gegeben wird. Das Kind, so der Wunsch der lebenslustigen, unverheirateten Frau, soll es einmal besser haben, materiell und moralisch. Doch alles kommt anders. Zehn Jahre später flieht Martin aus der Villa, rennt verstört durch die Landschaft, beobachtet, wie Geier einen Rehkadaver ausschlachten, aus dem die Eingeweide hängen, und wird schließlich von

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