Das Phantom der Oper (1998)

Horror | Italien/Ungarn 1998 | 103 Minuten

Regie: Dario Argento

Gaston Leroux' klassischer Schauerroman zeigt sich in Dario Argentos Version in ungewöhnlich hermetischer Stilisierung: In einer konsequenten Beschränkung auf Bild- und Dramaturgieformen des späten 19. Jahrhunderts entführt der Film in eine morbide Welt abseits allen Zeitempfindens, in der sich die Geschichte um die junge Sängerin der Pariser Oper und das sie bedrängende Monster aus den Katakomben der Unterwelt entwickelt. Wer einen spannend-gruseligen Film erwartet, wird enttäuscht sein - künstlerisch ist der inszenatorisch schwierige Weg, den der Film einschlägt und der immer noch Raum für ausschweifende Gewaltszenen bietet, indes durchaus beachtlich.

Filmdaten

Originaltitel
IL FANTASMA DELL'OPERA | THE PHANTOM OF THE OPERA
Produktionsland
Italien/Ungarn
Produktionsjahr
1998
Regie
Dario Argento
Buch
Dario Argento · Gérard Brach
Kamera
Ronnie Taylor
Musik
Ennio Morricone
Schnitt
Anna Napoli
Darsteller
Julian Sands (das Phantom) · Asia Argento (Christine) · Andrea di Stefano (Raoul de Chagny) · Coralina Cataldi Tassoni (Honorine) · Nadia Rinaldi (Carlotta)
Länge
103 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 18; f
Genre
Horror
Diskussion
Mit einem Stummfilm-Zwischentitel läßt Dario Argento sein „Phantom der Oper“ beginnen. In der Tat stammt die berühmteste Filmversion von Gaston Leroux’ klassischem Schauerroman aus dem Jahr 1925. Lon Chaney lieh dem tragischen Titelhelden sein Gesicht, und wenn es schließlich mit einem „lautlosen Paukenschlag“ hinter seiner Maske zum Vorschein kam, war dies einer der größten Schockmomente in der frühen Horrorfilmgeschichte. Auch Argentos Farbpalette scheint die von damals zu sein, als das junge Kino noch mit den beiden Farben Rot und Grün auskommen mußte. In ein dumpfgiftiges Braungrün ist sein Film getränkt, von dessen eingeschränktem Spektrum vielleicht Géricaults Gemälde „Das Floß der Medusa“ die beste Vorstellung vermittelt. Dennoch ist Argento nicht an einem Remake von Rupert Julians Version interessiert, was freilich auch nicht heißt, daß ihm an einer Modernisierung gelegen wäre. (Diese gab es von ihm bereits zu Heavy-Metal-Klängen unter dem Titel „Opera“.) Argento hat ganz im Gegenteil den altmodischsten Film des ausgehenden Jahrhunderts gedreht. Trotz seiner wie immer bei diesem Regisseur mit allen technischen Rafinessen ausgetüftelten Tonspur muß man seinen Film dramaturgisch weit zurück datieren. Es ist ein Film wie aus dem 19. Jahrhundert, anzusiedeln etwa 20 Jahre

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren