Marrakesch (1998)

Literaturverfilmung | Großbritannien/Frankreich 1998 | 98 Minuten

Regie: Gillies MacKinnon

Anfang der 70er Jahre begibt sich eine junge Engländerin mit ihren beiden Töchtern ins nordafrikanische Marrakesch, wo sie sich die Begegnung mit orientalischer Transzendenz erhofft. Neben exotischen Abenteuern und wichtigen Erfahrungen ist der Aufenthalt aber auch von zahlreichen Schwierigkeiten geprägt. Schließlich dämmert ihr die Erkenntnis, dass sie ihren Kindern nicht um jeden Preis den eigenen Lebensstil aufzwingen kann. Verfilmung eines auf autobiografischen Momenten beruhenden Erfolgsromans. Allerdings gibt die Inszenierung die konsequent kindliche Perspektive der literarischen Vorlage zugunsten eines eher touristisch geprägten Blicks auf. Das Ergebnis ist ein nicht unbedingt langweiliger, aber im Vergleich zum Buch weit weniger origineller Film. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
HIDEOUS KINKY | MARRAKECH EXPRESS | GOODBYE MOROCCO
Produktionsland
Großbritannien/Frankreich
Produktionsjahr
1998
Regie
Gillies MacKinnon
Buch
Billy MacKinnon
Kamera
John de Borman
Musik
John Keane
Schnitt
Pia di Ciaula
Darsteller
Kate Winslet (Julia) · Saïd Taghmaoui (Bilal) · Bella Riza (Bea) · Carrie Mullan (Lucy) · Pierre Clémenti (Santoni)
Länge
98 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.
Genre
Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Highlight Video (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
DVD kaufen

Diskussion
Von jeher fungierte der Orient als Projektionsfläche für westliche Zivilisationsflüchte. Zahllos sind die Beispiele für das europäische Bedürfnis, in diesen Regionen all das zu vermuten, was der kalte, pragmatische Norden nicht bieten konnte. Die unterschiedlichen Übersetzungen der „1001 Nacht“-Sammlung, die Jahrhunderte lang in Europa kursierten, sind dafür ebenso Beleg wie z.B. die spätromantischen Kunstmärchen Wilhelm Hauffs. Nicht zuletzt stellte sich auch Hollywood mit Klassikern wie „Casablanca“ (fd 1848) von Michael Curtiz oder Alfred Hitchcocks „Der Mann, der zuviel wußte“ (fd 5338) in diese Tradition. Spätestens seitdem William S. Burroughs und Paul Bowles in den 50er Jahren Nordafrika als Exil wählten und in Berufung auf Arthur Rimbaud zum Gegenstand ihrer literarischen Experimente machten, wurden Städte wie Marrakesch und Tanger auch zu Bestandteilen der Pop-Kultur. Als die Beatnik-Literatur Ende der 60er Jahre Kultstatus erlangte, avancierte Marokko neben Indien kurzzeitig zum wichtigsten Pilgerziel für Hippies aus Westeuropa

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren