Der Vulkan

- | Deutschland/Frankreich 1998 | 103 Minuten

Regie: Ottokar Runze

Der auf dem gleichnamigen Roman von Klaus Mann basierende Film schildert deutsche Emigrantenschicksale im Paris aus der Mitte der 30er-Jahre, in deren Mittelpunkt eine deutsche Chansonette steht. Mit Freunden baut sie einen Schwarzsender auf, agiert mit politischen Liedern gegen den Faschismus und gerät in die Fänge der Gestapo. Formal konventionelle Literaturverfilmung, die sehr authentisch das Zeitkolorit rekonstruiert und ihre politischen Botschaften nicht mit dem pädagogischen Zeigefinger unterstreicht, sondern durch die überzeugend gestalteten und gespielten Charaktere vermittelt. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Frankreich
Produktionsjahr
1998
Regie
Ottokar Runze
Buch
Rebecca Hughes · Ursula Grützmacher-Tabori · Ottokar Runze
Kamera
Michael Epp
Musik
Dmitri Schostakowitsch · Friedrich Hollaender · Hanns Eisler · Bob Lenox
Schnitt
Rebecca Runze
Darsteller
Nina Hoss (Marion von Kammer) · Meret Becker (Tilly von Kammer) · Christian Nickel (Martin Korella) · Sylvester Groth (Hans Hollmann) · Stefan Kurt (Walter Konradi)
Länge
103 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Diskussion
Wie all seine Werke wurde auch Klaus Manns 1939 im New Yorker Exil entstandener Roman „Der Vulkan“ in Deutschland nicht zu Lebzeiten des Autors (1906-1949) publiziert. Ottokar Runze hat nun Manns breit angelegte und autobiografisch gefärbte Schilderung deutschen Emigrantenlebens geschickt für die Leinwand gerafft und enthält dem Zuschauer sogar, wie um dem „Mainstream“ ein Schnippchen zu schlagen, das Happy End des Romans vor. Als die Nazis in Deutschland an die Macht kommen, flieht die Berliner Kabarettistin Marion von Kammer mit ihrer Mutter und ihren beiden jüngeren Schwestern Susanne und Tilly, deren Verlobter Conny von den Nazis verhaftet wurde, in die Schweiz. Dort erreicht sie ein Brief ihres Freundes Martin Korella, einem jungen Dichter, der sie bittet, nach Paris zu kommen, um mit ihm und anderen Emigranten einen antifaschistischen Radiosender aufzubauen. Der Sender soll die „Stimme des anderen Deutschlands“ nicht nur ins „Tausendjährige Reich“ tragen, sondern auch die Menschen in der Schweiz und in der Tschechei erreichen. Das Unternehmen ist gefährlich, hat die Gestapo doch auch schon in Paris ihre Spitzel sitzen.

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