Orson Welles' Othello

Drama | Marokko/Großbritannien 1949-52/91 | 91 Minuten

Regie: Orson Welles

Orson Welles' Verfilmung von Shakespeares Leidenschaftsdrama: Othello, stolzer Heerführer im Dienst der Republik Venedig, wird Opfer der Intrige Jagos und tötet aus Eifersucht seine über alles geliebte Desdemona. Der Film kam erstmals 1955 in die deutschen Kinos; die 1991 in England rekonstruierte, musikalisch bearbeitete Fassung ermöglicht die faszinierende Wiederbegegnung mit einem Klassiker: Welles verdichtet die Geschichte zu einem expressionistischen Licht- und Schattenspiel um den archaischen Kampf von Gut und Böse, wobei vor allem die atmosphärische Dichte und die barocke Fülle der Regieeinfälle fesseln. - Sehenswert ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
OTHELLO
Produktionsland
Marokko/Großbritannien
Produktionsjahr
1949-52/91
Regie
Orson Welles
Buch
Orson Welles
Kamera
Anchise Brizzi · G.R. Aldo · George Fanto · Oberdan Troiani · Alberto Fusi
Musik
Angelo Francesco Lavagnino · Alberto Barberis
Schnitt
John Shepridge · Jean Sacha · Renzo Lucidi · William Morton
Darsteller
Orson Welles (Othello) · Michael MacLiammoir (Jago) · Suzanne Cloutier (Desdemona) · Robert Coote (Rodrigo) · Michael Lawrence (Cassio)
Länge
91 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 16.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Diskussion
1952, nach vier Jahren ständig unterbrochener Drehzeit, konnte der mit dem Bannfluch Hollywoods belegte Orson Welles seine erste europäische Produktion fertigstellen. Die Finanzierung gelang dank zahlreicher Engagements als Schauspieler und großzügigem Entgegenkommen aller Beteiligten. Kurzfristig angesetzte Aufnahmen fanden in Rom, Venedig und auf der marokkanischen Insel Mogador statt. Tagsüber bei Henry Hathaway beschäftigt, drehte Welles in der Nacht an "Othello" - bis er erschöpft zusammenbrach, wie eine zeitgenössische Anekdote die Produktionsumstände kolportiert. Auf dem Filmfestival in Cannes sprach man der eigenwilligen Shakespeare-Verfilmung "Othello" die Goldene Palme zu. In den USA wurde der Film erst drei Jahre später herausgebracht und soll damals lediglich 40.000 Dollar eingespielt haben. Auch in Deutschland verschwand "Othello" nach einem kurzen Kinoeinsatz sehr schnell in der Versenkung und geisterte als umstrittenes, mißverstandenes Meisterwerk durch die Filmgeschichten. 1989 dann wollte ein europäischer Verleih dem verschollenen Film zu einer glanzvollen Wiederaufführung verhelfen. Beatrice Welles-Smith, die jüngste Tochter des Regisseurs, gedachte zunächst, diese Reprise zu verhindern. Au

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