Wenn der Nebel sich lichtet - Limbo

- | USA 1999 | 127 Minuten

Regie: John Sayles

Ein Mann, eine Frau und deren fast erwachsene Tochter, die bei einer Bootsfahrt von Drogenhändlern überfallen werden, kämpfen auf einer verlassenen Insel vor Alaska ums Überleben. In ruhigen, verhaltenen Bildern erzählt, benützt der Film das dramaturgische Potenzial einer Robinsonade nur dezent als Hintergrundfolie. Statt dessen rückt er eine irritierend-schwebende Atmosphäre des Wartens in den Mittelpunkt, die zur übergreifenden Metapher für einen existenziellen Zustand wird. Über ein aufschlussreiches Zeit- und Gesellschaftspanorama Alaskas hinaus geht es dem verhaltenen Drama vor allem um den Moment und die Bedingungen, das Gefühl des Uneigentlichen zu durchbrechen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
LIMBO
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1999
Regie
John Sayles
Buch
John Sayles
Kamera
Haskell Wexler
Musik
Mason Daring
Schnitt
John Sayles
Darsteller
Mary Elizabeth Mastrantonio (Donna De Angelo) · David Strathairn (Joe Gastineau) · Vanessa Martinez (Noelle De Angelo) · Kris Kristofferson (Smilin' Jack) · Casey Siemaszko (Bobby Gastineau)
Länge
127 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs.

Verleih DVD
Columbia TriStar Home (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Der amerikanische Independent-Regisseur John Sayles ist ein eigenartiger Drifter zwischen den Welten. Als Drehbuchautor und „Script Doctor“ genießt er in Hollywood einen exzellenten Ruf, als Schriftsteller machte er mit Kurzgeschichten und einem Roman auf sich aufmerksam, als unabhängiger Filmemacher fordert er sein Publikum mit Produktionen, die sich nur schwer unter Genrebezeichnungen einreihen lassen. Es scheint fast zum Faible von Sayles zu werden, seine Filme, in denen er aufmerksam gesellschaftliche und soziale Veränderungen registriert, jedes Mal in einer anderen (Welt-)Region anzusiedeln. Nach der märchenhaften Irland-Sage „Das Geheimnis des Seehund-Babys“ (fd 31 694) und dem texanischen Grenzkrimi „Lone Star“ (32 446) drehte er den ersten rein spanischsprachigen US-Film „Men with Guns“ (1997), der in Mexiko spielt und in der für Sayles typischen Verknüpfung von volkstümlichen Erzählungen mit realen Ereignissen die Unterdrückung der Landbevölkerung thematisiert. In „Wenn der Nebel sich lichtet“ ist er nun in Alaska gelandet, dem nördlichsten Appendix der USA, ein raues Territorium zwischen wirtschaftlichem Niedergang und grandiosen Landschaftsszenarien. In der langen Eröffnungssequenz schlägt der Film mit einer dichten Ton- und Bildmontage einen mächtigen Bogen in die Gegenwart:

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