Jakob der Lügner (1998)

- | USA 1998 | 120 Minuten

Regie: Peter Kassovitz

Neuverfilmung des 1969 erschienenen Romans von Jurek Becker. Erzählt wird die Geschichte eines jüdischen Mannes, der 1944 in einem polnischen Ghetto behauptet, ein Radio versteckt zu haben, aus dem er Meldungen vom Näherrücken der Roten Armee bezieht. Die Nachrichten von der baldigen Niederlage der Nazis geben den Insassen Mut und Hoffnung; die Selbstmordrate sinkt schlagartig. Anders als Frank Beyer in seiner Erstverfilmung inszeniert Peter Kassovitz den tragikomischen Stoff konkreter, aber auch veräußerlichter, schneller und lauter. Während der Film dadurch verflacht, gelingen Robin Williams und vor allem Armin Mueller-Stahl überzeugende darstellerische Leistungen. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
JACOB THE LIAR
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1998
Regie
Peter Kassovitz
Buch
Peter Kassovitz · Didier Decoin
Kamera
Elemér Ragályi
Musik
Edward Shearmur
Schnitt
Claire Simpson
Darsteller
Robin Williams (Jakob) · Alan Arkin (Frankfurter) · Bob Balaban (Kowalsky) · Mathieu Kassovitz (Herschel) · Armin Mueller-Stahl (Dr. Kirschbaum)
Länge
120 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs.

Verleih DVD
Columbia TriStar Home (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Am 15. Dezember 1965 übergaben Jurek Becker und Frank Beyer das Drehbuch zu „Jakob der Lügner“ an die DEFA-Direktion. Geplant war, den Film gemeinsam mit Polen zu realisieren; im Herbst 1966 sollten die Dreharbeiten beginnen. Doch die Warschauer Kulturbehörden legten sich plötzlich quer. Beyer: „Das hing mit dem komplizierten Verhältnis der Polen zu ihren jüdischen Mitbürgern zusammen. Neben Akten der Solidarität während des Krieges gab es ja auch Verrat und Antisemitismus. Das aber war damals ein Tabuthema in Polen.“ Zur gleichen Zeit brauten sich bei der DEFA Gewitterwolken über dem Regisseur zusammen. Sein Film „Spur der Steine“ (fd 28 282) war verboten worden; Beyer wurde aus dem Studio entlassen und mit einem Drehstopp belegt. Daraufhin formte Jurek Becker den Original-Filmstoff in einen Roman um. Erst 1974 kam es schließlich zu einer Adaption in der DDR, nachdem auch das ZDF Interesse an dem Stoff bekundet hatte, übrigens für Heinz Rühmann in der Titelrolle. „Jakob der Lügner“ (fd 19 636) war der erste und einzige ostdeutsche Film, der je für den „Oscar“ nominiert wurde.

Was mag den ungarisch-französischen Regisseur Peter Kassovitz dazu bewogen haben, ein Remake zu drehen? Natürlich erlaubt die tragikomische Legende aus einem polnischen Ghetto des Jahres 1944 eine e

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