Der Gigant aus dem All

Animation | USA 1999 | 87 BD: 87 & 89 Minuten

Regie: Brad Bird

Ein neunjähriger Junge freundet sich mit einem eisenfressenden Riesenroboter aus dem Weltall an, den es auf die Erde verschlagen hat, und schützt ihn vor den Nachstellungen des Militärs. Außergewöhnlicher Zeichentrickfilm nach einem englischen Kinderbuchklassiker, der sich auf die Zweidimensionalität zurückbesinnt, nur dezent 3D-Animationen aus dem Computer verwendet, dafür aber große Sorgfalt bei der Gestaltung der Figuren sowie einer detailfreudigen Umgebung walten lässt. Auch inhaltlich bricht der sehr unterhaltsame Film mit den gängigen Genrekonventionen, indem er statt Gewalt als Mittel der Konfliktlösung Freundschaft und Friedfertigkeit akzentuiert und die 50er-Jahre-Hysterie gegen alles Unamerikanische höchst amüsant karikiert. - Sehenswert ab 10.

Filmdaten

Originaltitel
THE IRON GIANT
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1999
Regie
Brad Bird
Buch
Tim McCanlies
Musik
Michael Kamen
Schnitt
Darren T. Holmes
Länge
87 BD: 87 & 89 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 10.
Genre
Animation

Heimkino

Die Standardausgabe (DVD) enthält keine erwähnenswerten Extras. 15 Jahre, nachdem der Film im Kino Premiere feierte, ging der Regisseur 2014 noch einmal in sich und ergänzte den Film um drei kurzen Szenen, die einst aus Rechte- und Budgetgründen weichen mussten. Es sind wenige Sekunden, die nun den Mehrwert der "Signature Edition" des Filmes ausmachen, doch vor allem eine Sequenz, in der der inzwischen geläuterte Blechkoloss von seiner Vergangenheit als Kampfmaschine träumt, sind eindrücklich und dramaturgisch wertvoll. Ganz unauffällig kommt die Blu-ray-Edition des „Iron Giant“ daher. Dabei hat sie nicht nur den längeren Film, sondern auch einen erweiterten Audiokommentar des Regisseurs, des Leiters für Animation Tony Fucile, des Leiters "Story Department" Jeff Lynch und des Supervisors für Animation Steven Marowski anbei. Eine ebenfalls beigesteuerte Dokumentation zum Film (56 Min.) erzählt nicht nur die Geschichte des Klassikers nach, sondern auch die des kleinen Brad Bird, der sich anschickte, seinen Lebenstraum bei Walt Disney zu realisieren und dann über Umwegen zum Welthit „Ratatouille“ kam; wunderbar erzählt und (auch) animiert. Ergänzt wird die Edition u.a. durch sechs nicht verwendete Szenen mit Einleitung von Brad Bird (15 Min.) und Storyboards (4 Min.). Die "Signature Edition" ist mit dem Silberling 2016 ausgezeichnet.

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
Verleih Blu-ray
Warner (16:9, 2.35:1, dts-HDMA engl., DD5.1 dt.)
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Diskussion
Es ist eine stürmische Oktobernacht, das Städtchen Rockwell, in dem Hogarth mit seiner Mutter Annie ein abgelegenes Häuschen bewohnt, liegt tief verschlafen an der amerikanischen Küste. Nur ein Fischer versucht noch, den Fang des Tages einzuholen. Da stürzt ein helle Kugel in den aufgepeitschten See. Der alte Mann traut seinen Augen nicht, als sich ein großes Wesen mit leuchtenden Augen vor ihm auftürmt und sein Boot zu rammen droht. Am nächsten Morgen herrscht in dem Diner, in dem Annie als Bedienung arbeitet, Hochbetrieb. Der Fischer erzählt seinen ungläubigen Kollegen von der wundersamen Begegnung mit dem riesigen Ungeheuer. Nur der exzentrische Einzelgänger Dean, der die erhitzte Diskussion am Nebentisch mitbekommt, schlägt sich aus Sympathie für extreme Ansichten auf die Seite des Alten. Auch Hogarth verfolgt die Diskussion mit steigendem Interesse. Was der kaum zu bändigende Fantast zum Leidwesen seiner Mutter schon immer vermutet hat, scheint jetzt mit „stichhaltigen“ Beweisen untermauert zu werden: Wie in den Science-Fiction-Filmen, die er abends heimlich im Fernsehen sieht, planen außerirdische Mutanten die feindliche Übernahme von Amerika und der Welt. Was sich hier in der übersteigerten Fantasie eines kleinen Jungen manifestiert, nährt im fernen Washington ganz andere Wahnvorstellungen. Auch im Pentagon wurde der „Komet“ registriert. In Zeiten eines durch den „Sputnik“-Schock verschärften Kalten Krieges interpretiert man die Vorkommnisse als mögliche physische Bedrohung durch die Sowjets. Indes häufen sich in Maine, rund um das Küstenstädtchen, seltsam

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