Eine Hand voll Gras

Drama | Deutschland 2000 | 114 Minuten

Regie: Roland Suso Richter

Ein zehnjähriger türkischer Junge wird von seinen Eltern nach Deutschland geschickt, um Geld für die Hochzeitsfeier der Schwester zu verdienen. Der Onkel benutzt das Kind als Dealer in der Hamburger Drogenszene. Inspiriert von einer Reportage, erzählt er vom Schicksal des Jungen zwischen familiärer Bindung und einem Ausbruch aus dem gefährlichen Universum des Drogenhandels. Leider mündet der realistische Ansatz in die Glätte und Gefälligkeit eines Melodrams, aus dessen politisch korrekter Bravheit vor allem das Spiel des jungen Hauptdarstellers und die atmosphärische Kameraarbeit herausragen. - Ab 14 möglich.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2000
Regie
Roland Suso Richter
Buch
Uwe Timm
Kamera
Martin Langer
Musik
Harald Kloser · Thomas Wanker
Schnitt
Eva Schnare
Darsteller
Oliver Korittke (Hellkamp) · Arman Inci (Kendal) · Ercan Durmaz (Onkel) · Lisa Martinek (Gaby) · Yasmin Asadie (Franziska)
Länge
114 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14 möglich.
Genre
Drama | Melodram

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. einen Audiokommentar des Regisseurs und des Hauptdarstellers Oliver Korittke.

Verleih DVD
Kinowelt (16:9, 2.35:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
„Halte dich von allem fern, was deine Seele beschmutzt!“ So lautet der Ratschlag, den der zehnjährige Kendal von seinem Vater erhält. Der Junge, aufgewachsen in einem kurdischen Bergdorf, soll nach Deutschland reisen, um der Familie zu helfen. Sie lebt nicht gerade in bitterer Not, aber in sehr bescheidenen Verhältnissen, und die Schafzucht bringt nicht so viel ein, um der Schwester, die im kommenden Jahr heiraten möchte, ein gebührendes Fest auszurichten. Ein Onkel im fernen Hamburg weiß Rat: Möge der Kleine (der in Berlin geborene Arman Inci spielt ihn mit offenem, fragenden Blick) doch kommen und Geld verdienen. Dann stünde der ehrenvollen Trauung nichts mehr im Wege. „Eine Hand voll Gras“ beginnt mit Bildern einer Landschaft, die für Kendal bald eine verlorene Heimat sein wird. Warme, lichtdurchflutete Aufnahmen, die die karge Bergwelt fast anheimelnd erscheinen lassen. Heimat bedeutet vor allem das Dorf, die Familie: Jeder kennt jeden; man hilft sich; existentielle Sorgen werden von der Gemeinschaft auf- und abgefangen; fast eine Idylle. Diese Szenen weisen auf die Perspektive hin, aus der Roland Suso Richter seinen Film weitgehend erzählt: Es ist der Blick des Jungen. Ein unbeschwerter, naiver Blick, denn was weiß ein Kind schon von der Schlechtigkeit der Menschen?<

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