- | USA 2000 | 107 Minuten

Regie: Tarsem Singh

Eine junge Psychotherapeutin arbeitet in einem Projekt zur Annäherung an autistische Kinder: Mittels Elektroden und Computer tritt sie in Verbindung mit der hermetischen Psyche der Patienten und bewegt sich quasi virtuell in deren Denklandschaften. Als ein vom FBI gestellter Serienmörder ins Koma fällt, ohne den Aufenthaltsort seines letzten Opfers preisgegeben zu haben, soll sie mit ihm in Kontakt treten. Auf der Kriminalebene eher banal und allzu deutlich an einschlägige Vorläufer erinnernd, entwickelt der Film in den im psychonautischen Paralleluniversum spielenden Szenen eine teilweise atemberaubende visuelle Energie. Kulturhistorische Bezüge zu Piranesi, Bosch, Tarkowskij oder Jodorowsky verbinden sich eindrucksvoll mit Einflüssen aus Experimentalfilm und Videokunst.

Filmdaten

Originaltitel
THE CELL
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2000
Regie
Tarsem Singh
Buch
Mark Protosevich
Kamera
Paul Laufer
Musik
Howard Shore
Schnitt
Paul Rubell · Robert Duffy
Darsteller
Jennifer Lopez (Catherine Deane) · Vincent D'Onofrio (Carl Stargher) · Vince Vaughn (Peter Novak) · Jake Weber (Gordon Ramsey) · Marianne Jean-Baptiste (Dr. Miriam Kent)
Länge
107 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f

Heimkino

Beide umfangreiche Special Editionen (2 DVDs) enthalten u.a. einen dt. untertitelten Audiokommentar des Regisseurs, eine separate Soundtrackspur, eine Reihe von Kurzfeatures zu Teilaspekten des Films sowie ein kommentiertes Feature mit acht im Film nicht verwendeten Szenen.

Verleih DVD
FSK-18: Kinowelt (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt., DTS dt.), FSK-16: Kinowelt (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Märchenhaft sind schon die ersten Bilder, noch während des Titelvorspanns: sich weithin erstreckende Dünen mit scharf geschnittenen Schatten, satten Farben. Darin eine junge Frau und ein kleiner Junge im Wechselspiel von Annäherung und Abstoßung. Immer wieder versucht die Frau, das Vertrauen des Kindes zu wecken, doch eine unbekannte, böse Kraft tritt dazwischen, verwandelt das Kind in eine gefährliche Bestie. Die Frau schreckt zurück, gibt schließlich auf. Szenenwechsel. Die Protagonisten der Wüstenszene befinden sich nun in einer aseptischen Labor-Atmosphäre aus Glas, Stahl und zahllosen elektronischen Instrumenten. Der Zuschauer war Zeuge eines medizinischen Experiments, das zur Heilung autistischer Kinder entwickelt wurde: Durch Verbindung der neutralen Systeme von Patient und Therapeut soll dieser quasi interaktiv in die Gedankengänge des Kindes eingreifen, um dessen Hermetik aufzubrechen. Wenn die Expeditionen in die fremde Psyche für die Therapeutin zu gefährlich werden, kann sie eine elektronische Reißleine ziehen und

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