Drama | Deutschland/Schweiz 2000 | 134 Minuten

Regie: Philip Gröning

Ein arbeitsloser Hilfsarbeiter und eine Prostituierte verlieben sich in einer Berliner Winternacht, lassen alle Bindungen hinter sich und brechen Richtung Westen auf. Das Meer ist ihr Ziel, ein Meer, in dem sich auch im Winter baden lässt. Ihre Reise kommt wegen Geldmangel ins Stocken und endet desaströs. Trotz aller Tief- und Rückschläge geben sie nicht auf. Philip Gröning verquickt die klassische Prostitutionsthematik mit den Methoden des Roadmovies und gestaltet einen packenden Kinofilm, der seine Energie aus den diametralen Polen der totalen Utopie bedingungsloser Liebe einerseits und dem Geld als Symbol aufzehrenden Pragmatismus andererseits speist. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
L' AMOUR, L'ARGENT, L'AMOUR
Produktionsland
Deutschland/Schweiz
Produktionsjahr
2000
Regie
Philip Gröning
Buch
Philip Gröning · Michael Busch
Kamera
Sophie Maintigneux · Max Jonathan Silberstein
Musik
Velvet Underground · Yo La Tengo · Wolfgang Amadeus Mozart · Fred Frith
Schnitt
Valdís Óskarsdóttir · Max Jonathan Silberstein
Darsteller
Sabine Timoteo (Marie) · Florian Stetter (David) · Michael Schech · Dierk Prawdzik · Marquard Bohm
Länge
134 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Drama | Road Movie

Diskussion
Nach dem Achtungserfolg seines im Eigenverleih vertriebenen Spielfilmdebüts „Terroristen!“ (fd 30 113) schien Philip Gröning zu den wichtigsten Stimmen einer neuen Regiegeneration im gerade wiedervereinigten Deutschland zu gehören. Seine formale Experimentierfreude und die intellektuell reflektierte Erzähllust, nicht zuletzt auch sein respektloser politischer Gestus sorgten für einen kleinen Skandal (Helmut Kohl hatte persönlich interveniert). Als würde es von Talenten in der deutschen Kinolandschaft nur so wimmeln, ließ die Veröffentlichung eines Folgeprojekts Grönings auf sich warten. 1997 gedreht, war „L’Amour“ im Jahr 2000 nur auf wenigen Festivals zu sehen, in die Kinos kommt der Film erst jetzt; und auch dies nur auf Initiative eines Kinounternehmens hin, das sich für die Produktion begeisterte und sein Betätigungsfeld vom Abspiel zum Verleih erweiterte. Das Warten hat sich gelohnt – der Bildschirm wäre zu eng gewesen für „L’Amour“, nicht nur wegen der ausgreifenden Scope-Bilder. Bleibt zu hoffen, dass der Film im anhaltenden Kopienstau nicht untergeht. Immerhin ist mit „Die große Stille“ bereits eine weitere Arbeit Grönings angekündigt; entmutigen lässt sich der Regisseur offenbar nicht so schnell. Diese Tugend teilt er mit den Helden seines Road Movies. Als der eb

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