Hundstage (2001)

- | Österreich 2001 | 121 Minuten

Regie: Ulrich Seidl

Ein heißes Wochenende im Wiener Süden: Vier Paare leiden unter der Hitze, aber auch unter den Gemeinheiten und Verletzungen, die sie sich zufügen. Als Bindeglied dient eine Anhalterin, die durch dreiste Fragen immer wieder zum Kern der Inhumanität vordringt. Spielfilm mit dokumentarischem Anstrich, der schonungslos die Hässlichkeit der Menschen, die Trostlosigkeit ihres Lebens sowie den alltäglichen Schrecken zeigt. Ein drastischer, in der Sprache derber Film, der zwar an die Grenzen des Zumutbaren geht, dabei aber stets Zuneigung oder wenigstens Verständnis für die Menschen, ihre Einsamkeit und ihr Scheitern erkennen lässt. (O.m.d.U.) - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
HUNDSTAGE
Produktionsland
Österreich
Produktionsjahr
2001
Regie
Ulrich Seidl
Buch
Ulrich Seidl · Veronika Franz
Kamera
Wolfgang Thaler
Schnitt
Andrea Wagner · Christof Schertenleib
Darsteller
Maria Hofstätter (die Anhalterin) · Alfred Mrva (der Mann für Sicherheit) · Erich Finsches (der alte Mann) · Gerti Lehner (die Haushälterin) · Franziska Weisz (das junge Mädchen)
Länge
121 Minuten
Kinostart
-
Fsk
-
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.

Diskussion
Ein entscheidender Unterschied zwischen Österreichern und Deutschen scheint darin zu liegen, dass die Menschen im Alpenland über sich selbst lachen können, wobei sie mitunter in Kauf nehmen, tief in die Abgründe der eigenen Gesellschaft zu blicken, während man in Deutschland den wahren Befindlichkeiten sorgfältig und manchmal auch kunstvoll aus dem Weg geht. Nicht selten stoßen österreichische Künstler bei der Suche nach dem Wesen ihres Landes an die Grenzen des allgemeingültigen Geschmacks und werden als Nestbeschmutzer verdammt, so wie jüngst Gerhard Haderer mit seinem Jesus-Comic. Auch Ulrich Seidl werden immer wieder Zuneigung wie Abneigung zuteil. Unter den Filmregisseuren seines Landes ist er sicherlich derjenige, der am weitesten geht mit seiner Offenlegung seelischer Niederungen und menschlicher Katastrophen, die letztlich auch gesellschaftliche sind. „Tierische Liebe“ (fd 32 066) behandelte mit erschreckender Offenheit den Mangel an Bindungen in allen sozialen Schichten, der dazu führt, dass Menschen ihre Haustiere unter erdrückenden Formen der Zuwendung leiden lassen. „Models“ (1998) porträtierte junge Frauen, die mehr

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