Das weiße Rauschen

Drama | Deutschland 2001 | 103 Minuten

Regie: Hans Weingartner

Ein junger Mann zieht nach Köln und freut sich auf das Leben in der Großstadt. Nach einem Drogentrip hört er Stimmen, die ihn fortan nicht mehr in Ruhe lassen. Ein langer, aufreibender Kampf gegen paranoide Schizophrenie beginnt. Ambitionierter Debütfilm in "Dogma"-Manier, der die Leidensgeschichte optisch wie akustisch raffiniert in Szene setzt, bevor er im dritten Teil an Stringenz einbüßt. Durch seine suggestive Bildsprache und die Präsenz des Hauptdarstellers dennoch von außergewöhnlichem Wert, weil die Innensicht einer psychischen Erkrankung filmisch erfahrbar wird. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2001
Regie
Hans Weingartner
Buch
Hans Weingartner · Toby Amann · Matthias Schellenberg · Katrin Blum
Kamera
Hans Weingartner · Toby Amann · Matthias Schellenberg
Musik
Marek Goldowski
Schnitt
Dirk Oetelshoven · Andreas Wodraschke · Hans Weingartner
Darsteller
Daniel Brühl (Lukas) · Anabelle Lachatte (Kati) · Patrick Joswig (Jochen) · Katharina Schüttler · Ilse Strambowski
Länge
103 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Drama

Heimkino

Die Extras umfassen u.a. ein Feature mit nicht verwendeten Szenen.

Verleih DVD
X Verleih (16:9, 1.78:1, DD5.1 dt.)
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Diskussion
„Das weisse Rauschen, das sind alle Visionen, aller Menschen, aller Zeiten, in einem Augenblick“, hört man vor dem Abspann den Hauptdarsteller Daniel Brühl sagen: „Wer das weisse Rauschen sieht, wird sofort wahnsinnig. Außer wenn er schon wahnsinnig ist. Dann wird er normal“. Dass dem Zuschauer weder das eine oder das andere droht, liegt an der Eigenart von Hans Weingartens Debütfilm, den man durchaus als gelungenes Pendant zu Thomas Vinterbergs „Das Fest“ (fd 33 486) auffassen könnte. Beide bedienen sich der „Dogma“-Ästhetik, um eine psychischen Wirklichkeit physisch erfahrbar zu machen: familiäre Verdrängungsstrukturen hinter sexuellem Missbrauch bei Vinterberg, paranoide Schizophrenie im Fall von Hans Weingarten. Was nach Psychiatrie und weißen Mänteln klingt, beginnt auf einer Wiese im Bergischen Land, mit einem psychedelischen Drogentrip, aus dem die Hauptfigur Lukas nicht mehr in die Alltäglichkeit zurückfindet. Die Welt scheint sich um ihn zu drehen, oder dreht er sich um die Welt? Auf der Leinwand und in der Rezeption des Zuschauers zerbricht die Einheit der Wahrnehmung in disparate, aber nur leicht verschobene Teile; Handkamera und Jump Cuts verstärken den Eindruck latenter

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