Der Stellvertreter

Drama | Frankreich/Deutschland 2001 | 130 Minuten

Regie: Constantin Costa-Gavras

Die filmische Bearbeitung von Rolf Hochhuths umstrittenem Drama aus den 60er-Jahren stellt den SS-Offizier Kurt Gerstein in den Mittelpunkt, der mit Unterstützung eines Jesuitenpaters Papst Pius XII. dazu bewegen will, durch einen öffentlichen Protest die Vernichtung der Juden zu stoppen. Das konventionell inszenierte, mit guten Darstellern besetzte Lehrstück setzt zum Teil andere Akzente als die Bühnenfassung und reduziert die Rolle des Papstes. Costa-Gavras geht es mehr um einen - unbestreitbar diskussionswerten - moralischen Appell als um historische Genauigkeit, wodurch er freilich die Chance verschenkt, die komplexen Charaktere und die politischen Konstellationen genauer zu durchleuchten. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
AMEN.
Produktionsland
Frankreich/Deutschland
Produktionsjahr
2001
Regie
Constantin Costa-Gavras
Buch
Constantin Costa-Gavras · Jean-Claude Grumberg
Kamera
Patrick Blossier
Musik
Armand Amar
Schnitt
Yannick Kergoat
Darsteller
Ulrich Tukur (Kurt Gerstein) · Mathieu Kassovitz (Ricardo Fontana) · Ulrich Mühe (Doktor) · Michel Duchaussoy (Kardinal) · Ion Caramitru (Graf Fontana)
Länge
130 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Historienfilm | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
EuroVideo (16:9, 1.85:1, DD5.1 dt., DTS dt.)
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Diskussion
Fast 40 Jahre nach der Uraufführung kommt eine Filmversion von Rolf Hochhuths Drama „Der Stellvertreter“ ins Kino. Constantin Costa-Gavras, der durch seine Politthriller („Z“, fd 16 629; „Der unsichtbare Aufstand“, fd 18 264) weltweit bekannt gewordene griechische Regisseur, hat den extrem wortlastigen Hochhuth-Text erheblich bearbeitet. Hauptfigur des Films ist der SS-Offizier Kurt Gerstein. Der engagierte evangelische Christ macht Karriere beim Hygiene-Institut der Waffen-SS. Als Leiter der Desinfektionsabteilung wird er von dem diabolisch-zynischen „Doktor“ (Ulrich Mühe) in die Pläne zur Vernichtung der europäischen Juden einbezogen. Gerstein wird für die Versorgung der Lager mit dem Gas Zyklon B zuständig. Als er in Polen mit ansehen muss, wie Juden vergast werden, wird ihm klar, dass er die Öffentlichkeit informiert muss. In der Überzeugung, ein Aufstand der Aufrechten könne die Judenvernichtung stoppen, kontaktiert er wichtige Persönlichkeiten der evangelischen Kirche (Superintendent Dr. Dibelius) und Vertreter anderer Staaten (den Sekretär der Schwedischen Botschaft), erhält aber nicht die erhoffte Unterstützung. Dabei wird immer wieder seine SS-Mitgliedschaft problematisiert; Gerstein rechtfertigt sein Verbleiben in der Organisation damit

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