Sweet Sixteen

- | Großbritannien/Deutschland/Spanien 2002 | 106 Minuten

Regie: Ken Loach

Um seine labile Mutter, die bald aus dem Gefängnis entlassen wird, dem Einflussbereich ihres Geliebten zu entziehen, träumt ein 15-jähriger schottischer Arbeiterjunge vom Kauf eines kleinen Wohnwagens, der zur neuen Heimat werden soll. Dafür handelt er nicht nur mit Drogen, sondern ist auch zu einem Mord bereit. Ken Loach erzählt sehr persönlich und anrührend ein Working-Class-Drama, dessen lebensnah entwickelte Charaktere in tristen Verhältnissen um Würde und Anerkennung kämpfen. Kein Melodram, sondern eine raue Studie über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in einem von Arbeitslosigkeit, Gewalt und Missbrauch geprägten Umfeld. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
SWEET SIXTEEN
Produktionsland
Großbritannien/Deutschland/Spanien
Produktionsjahr
2002
Regie
Ken Loach
Buch
Paul Laverty
Kamera
Barry Ackroyd
Musik
George Fenton
Schnitt
Jonathan Morris
Darsteller
Martin Compston (Liam) · Annmarie Fulton (Chantelle) · William Ruane (Pinball) · Michelle Abercromby (Suzanne) · Michelle Coulter (Jean)
Länge
106 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.

Heimkino

Verleih DVD
epix (16:9, 1.85:1, DD5.1 engl./dt.)
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Diskussion
Wer einen abendländischen Gegenpol zu Hollywoods „Bigger than life“-Träumereien sucht, wird sich mit dem zeitgenössischen britischen Kino anfreunden können; ist jenes doch, nicht zuletzt dank Ken Loach, zum Inbegriff moderner Working-Class-Filme geworden. Anders als die meisten amerikanischen Produktionen beleuchtet diese Filmtradition nicht die dünne, glitzernde Spitze, sondern den wesentlich breiteren, morastigen Bodensatz der westlichen Gesellschaften. Dadurch aber, dass der cineastische Naturalismus, mit dem in niedrigen sozialen Schichten Milieustudien betrieben werden, längst selbst genreprägend geworden ist, genügt es jedoch nicht mehr, einen Film über streikende Arbeiter, arbeitslose Alkoholiker oder drogenabhängige Kleinkriminelle zu drehen, um das Prädikat künstlerischer Originalität für sich beanspruchen zu dürfen. Dass der soziale Realismus des britischen Arbeiterkinos im Zuge seiner von Komödien wie „Brassed Off“ (fd 32 785) oder „Ganz oder gar nicht“ (fd 32 818) vorangetriebenen Kommerzialisierung den Charme seiner Ursprünglichkeit eingebüßt hat, bedeutet

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