Der Alte Affe Angst

- | Deutschland 2002 | 92 Minuten

Regie: Oskar Roehler

Die Beziehung eines Berliner Paares droht am Alltag und den Daseinsängsten zu zerbrechen, als der Mann sich in undurchdringliche Schutzmechanismen flüchtet und die Frau dem Wechselbad von Verrat und Vertrauen nicht mehr gewachsen ist. Ein Todesfall in der Familie und der Verlust eines ungeborenen Kindes steigern die Krise ins Unerträgliche. Ein von zwei starken Hauptdarstellern getragenes Wechselbad der Gefühle, das trotz heftiger kolportagehafter Erzählmomente eine großstädtische Existenzform skizziert, die zwischen Verzweiflung und Orientierungslosigkeit aus den Fugen geraten ist.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2002
Regie
Oskar Roehler
Buch
Oskar Roehler
Kamera
Hagen Bogdanski
Musik
Martin Todsharow
Schnitt
Uli Schön
Darsteller
Marie Bäumer (Marie) · André Hennicke (Robert) · Vadim Glowna (Klaus) · Christoph Waltz (Analytiker) · Herbert Knaup (Wolfgang)
Länge
92 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16; f

Diskussion
Bereits der Anfang ist ein Keulenschlag: ein heftiger, lauter und aggressiver Streit zwischen einer Frau und einem Mann, der berechtigte Zweifel daran aufkommen lässt, ob dieses Paar nach all den verbalen Verletzungen je wieder zu einer normalen, auf Vertrauen und Zuneigung fußenden Beziehung fähig ist. Oskar Roehler hält sich nicht mit langen Vorreden auf – er kommt sofort zur Sache, taucht mit einem einzigen Sprung hinein ins Schlachtfeld Leben, in die (Selbstvergewisserungs-)Nöte und Verletzungen seiner Protagonisten, ihre Zweifel und Verzweiflung, ihre Hysterie und Hilflosigkeit. Man mag dieses Roehlersche Generalthema inzwischen für weitgehend abgegrast, ja abgeschmackt halten; auch mag man sich intuitiv weigern, diese ebenso heftige wie betont artifizielle Achterbahnfahrt sprachlicher wie visueller Attacken auf dem schmalen Grat von Aggression und Selbstzerfleischung mitzumachen. Doch wer sich auf die „verrückte“ Liebesgeschichte von Marie und Robert einlässt, der wird bald eine Intensität menschlicher Auseinandersetzungen spüren, wie man sie nur in den filmischen

Filmdienst Plus

Ich habe noch kein Benutzerkonto
Kommentar verfassen

Kommentieren